Uwe A. Kohrs, Geschäftsführer

Social Media –
Die kommunikative Mobilmachung

Wenn über die Social Media-Wirklichkeit diskutiert oder geschrieben wird, kann man leicht den Eindruck gewinnen, Deutschland befindet sich im digitalen Kriegszustand. Unternehmen befürchten ihre „digitale Zerstörung“ und rüsten sich mit PR-Bodyguards und anderen digitalen Kampftruppen gegen die latente Bedrohung. Appell an guten Stil, oder sachliche Auseinandersetzung und der Hinweis auf die Netiquette wirken in diesem Umfeld allenfalls naiv. Nach dem Shitstorm ist vor dem Shitstorm. Der Versuch über gesetzliche Regelungen Abrüstung zu erreichen, erweist sich als extrem schwierig. YouTube, Facebook, Instagram und Konsorten haben längst die Poleposition in der Meinungsbildung eingenommen und bieten jedem die Möglichkeit, sich zu Themen zu äußern und der Empörung freien Lauf zu lassen. Lange hat die Kommunikationsbranche, haben Unternehmen und Politik über den Dialog mit Bürgern und Verbrauchern schwadroniert und sich auf ihrem exklusiven Zugriff auf klassische Medien ausgeruht. Mit den Social Media-Kanälen ist der Zugang zu öffentlicher Wahrnehmung demokratisiert worden. Und jetzt haben wir den „Mist“ – Dialog eben – und erleben die dunklen Seiten des Meinungsspektrums. Die waren zwar vorher auch schon da, aber in der bunten Social Media-Welt kann man sie jetzt nicht mehr ignorieren.

Und natürlich reagiert die Öffentlichkeit jedes Mal wieder gern mit Entrüstung und Alarm auf jeden digitalen Ausrutscher und jede neue Shitstorm-Schlacht. Dieser öffentliche Dialog ist mittlerweile zur maximalen Herausforderung für Unternehmen und die Politik geworden. Denn hier stehen sich zwei völlig unterschiedliche Akteure auf dem digitalen Schlachtfeld gegenüber. Auf der einen Seite hierarchisch strukturierte Unternehmen, die Sicherheitsdenke praktizieren mit juristischen Prüfungen, die jeden Inhalt nivellieren. Kein Wunder, das schon allein die Reaktionszeiten, die weit auseinanderliegen, für Ungemach sorgen. Diese Diskrepanz wird noch verschärft durch eine Besonderheit der dialogischen Kommunikation, nämlich die Notwendigkeit einer belastbaren Haltung, um im Dialog zu überzeugen. Wer da Defizite hat, alles erstmal abstimmen und prüfen lassen muss, ist stets in der Defensive. Und viele Unternehmen und Politiker haben genau da ihre Probleme im Dialog mit der Basis. Die über viele Jahre praktizierte einseitige Beschallung der Öffentlichkeit ist ein Auslaufmodell. Das ist mittlerweile klar geworden und hat dazu geführt, dass man die Social Media-Kanäle immerhin ernst nimmt. Bei der Dialogfähigkeit hapert es aber noch. Daher versucht man eben, sich gegen die latente Bedrohung mit permanenter kommunikativer Mobilmachung zu wappnen.

An guten Ratschlägen und Tipps mangelt es in Diskussionen dabei nicht. Aber vielleicht liegt die Lösung ja nicht so sehr in der Aufrüstung von digitalen Kampftruppen in den Unternehmen und Institutionen, sondern in der Konzentration auf klare Haltung und Prinzipien zu relevanten Themen der Öffentlichkeit als Grundlage für einen echten Dialog. Und dies bevor der nächste Shitstorm droht. Dabei macht es Sinn, sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass man für alles und jenes im Netz immer Applaus bekommt. Kritik ist eben auch Teil von Dialog, selbst wenn sie manchmal in wenig qualifizierter Form daherkommt. Aber solange man hinter vorgehaltener Hand erzählt bekommt, dass in vielen Unternehmen, Marketingabteilungen, Parteizentralen und anderen Institutionen Kritik immer noch als Nestbeschmutzung gesehen wird, werden die sozialen Medien eher Bedrohung und echter Dialog bleiben die Ausnahme. Rezo hat mit seinem YouTube-Beitrag die mangelnde Kritikfähigkeit der CDU vorgeführt. Der dilettantische und haltungslose Umgang von AKK und ihren Truppen hat daraus einen veritablen Aufreger im Netz gemacht. Ach, was waren wir wieder alle entrüstet und in den analogen Medien stand zu lesen, die CDU habe die Schlacht verloren. Man darf gespannt sein, welche Ausmaße der digitale Kriegszustand in der Republik noch annimmt und wann die Kommunikationsleute endlich in Abrüstungsverhandlungen eintreten.



Wer wir sind

UNSERE „SPIELWIESE“ 

Der zentrale Erfolgsfaktor von erfolgreicher Kommunikation ist Relevanz: Wir verstehen, wie man Zielgruppen erreicht.

UNSERE STÄRKEN 

Wir verbinden die Entwicklung von relevantem Content mit exzellenter Execution.

UNSER ANGEBOT

Unser Angebot umfasst alles, was unsere Kunden für eine wirkungsvolle und relevante Kommunikation benötigen: Von der komplexen Strategie-Entwicklung bis zur kreativen Umsetzung – egal ob analog oder digital.

UNSERE BERATUNGSHALTUNG 

Wir agieren Hands-On – uns zeichnet unsere Macher-Mentalität aus. Wir identifizieren uns mit unseren Kunden und sind Dienstleister für unsere Kunden – und sind dabei keine Ja-Sager, sondern Berater.

Das
bieten
wir

{

Strategische Beratung
Konzeption und Implementierung von ganzheitlichen Content- und Kommunikations-Strategien – Change Communication – Krisenkommunikation und -Prävention

Digitales Marketing
Social Media-Marketing, Content-Planung und Community Management – Influencer Relations und Influencer Marketing – Digitales Campaigning – Digital Media / Ad-Management – Konzeption und Entwicklung von Webseiten

Public Relations
Brand-, Product- und Consumer-PR sowie Corporate Communications – mit belastbaren Kontakten in alle Mediengattungen

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