Affenselfie – Ein kurioser Urheberrechtsstreit geht in die zweite Runde

affe-macht-ein-selfie-150x150Bereits vor einem Jahr haben wir in unserem Blogbeitrag #SELFIE – Ein Affe, eine Kamera und das Urheberrecht einen besonders kuriosen Urheberrechtsfall beleuchtet. Bereits 2011 war der Wildlife Photographer David Slater im indonesischen Dschungel unterwegs. Ein neugieriger Schopfaffe schnappte sich die Kamera des Fotografen, drückte auf den Ausleser und machte eine Reihe von coolen Selfies.

Aus dieser coolen Story ist inzwischen ein juristisches Tauziehen entstanden, bei dem es unter anderem um die Frage geht, ob ein Affe Urheber eines Bildes sein kann – oder eben nicht.

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Sharing und Embedding – wer darf was?

urheberrechtWem gehört mein Post? Na, mir natürlich! Dir auch? Allen anderen auch?! Willkommen zum Thema „Urheberrecht im Netz“! In sozialen Netzwerken ist es gang und gäbe, Inhalte anderer Personen oder Seiten zu teilen sowie Inhalte anderer Plattformen auf seiner eigenen Wall oder seinem eigenen Profil zu embedden (zu deutsch: einzubetten). Gehen Inhalte durchs Netz, so ist oft irgendwann für den Betrachter nicht mehr klar erkennbar, von wem sie ursprünglich stammen. Was sich möglicherweise nach einer Verletzung des Urheberrechts anhört, ist nun offiziell erlaubte Praxis: In einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 9. Juli 2015 wird festgestellt,

„dass der Betreiber einer Internetseite keine Urheberrechtsverletzung begeht, wenn er urheberrechtlich geschützte Inhalte, die auf einer anderen Internetseite mit Zustimmung des Rechtsinhabers für alle Internetnutzer zugänglich sind, im Wege des „Framing“ in seine eigene Internetseite einbindet.“ (BGH 09.07.2015) (Anmerkung: Selbiges gilt für Social Media)

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Alles nur „geblaut“? Der Urheberrechts-Prozess Wackerbarth gegen die Stadt Bonn (Update)

Seit 1979 fotografiert der Künstler Horst Wackerbarth ganz unterschiedliche Menschen auf seinem roten Sofa – vom Tierschutz-Aktivisten samt Hahn bis zum Hürdenläufer. Aber auch Prominente wie Peter Ustinov oder Michail Gorbatschow haben bereits auf Wackerbarth’s Sofa Platz genommen und sich ablichten lassen. Über 700 Motive gibt es bereits und sogar ins Fernsehen hat es das Rote Sofa geschafft: Im Rahmen der „Rote-Couch-Geschichten“ auf ZDF, 3sat und Arte kam es auf mehrere Millionen Zuschauer.

Doch von Zufriedenheit aufgrund des Erfolgs kann keine Rede sein. Seit 2013 befindet sich Wackerbarth im Rechtsstreit mit der Stadt Bonn. Sein Vorwurf: Die Stadtwerke Bonn hätten sein Markenzeichen – zwar nicht als rotes sondern als blaues Sofa – in einer Plakatkampagne eingesetzt und damit das Urheberrecht verletzt. Betrachtet man die Plakatmotive der Stadtwerke und stellt diese gegen Motive aus der Red-Couch-Serie, wird relativ schnell deutlich, was gemeint ist:

Wackerbarth versus Plakatmotiv - Bildquelle: Facebook-Page "The Red Couch"

Wackerbarth versus Plakatmotiv – Bildquelle: Facebook-Page „The Red Couch“

In erster Instanz hatte das Landgericht den Vorwürfen entsprochen und die Stadt Bonn zu Schadenersatz verdonnert. Grund: Verstoß gegen das Urheberrecht. Doch die Stadt Bonn hat gegen dieses Urteil des Landgerichts Berufung eingelegt, sodass es am Freitag (12.09.2014) um 10.15 Uhr vor dem Oberlandesgericht Köln zu einer erneuten Verhandlung kommen wird.

Besonders spannend an diesem Prozess ist eine Frage, die auch uns als Kommunikationsagentur bewegt: Ist ein Konzept bzw. eine Idee bereits im Sinne des Urheberrechts (z.B. als geistiges Eigentum) schützenswert – oder eben nicht?

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