Die Bio-Gurken (-Problematik) in der Unternehmenskommunikation

Die Welt des Essens und Trinkens ist stetig in Bewegung. Zum einen werden Leckereien in Form von #Foodporn durch Social Media und Co. in Szene gesetzt, zum anderen wollen die Menschen wieder zurück zum Ursprung. Bio-Produkte, saisonales Obst und Gemüse, Essen aus der Region – die Verbraucher, allen voran die urbanen Trendsetter, wollen wieder zurück zu Produkten aus der Heimat und das nach Möglichkeit organic – also in Bio-Qualität.

Plastik satt: Bio-Gurken bei Rewe und anderen müssen EU-Richtlinien entsprechen

Plastik satt: Bio-Gurken bei Rewe und anderen müssen EU-Richtlinien entsprechen.

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Coca Cola: Das gesunde Image eines ungesunden Produkts

Jeder kennt sie. Die rot-weiße Dose mit dem unverwechselbaren Kult-Charakter. Coca Cola ist das Erfrischungs-Getränk Nummer 1. Nur in drei Ländern gibt es keine Coca-Cola: Nordkorea, Birma und Kuba. Weltweit werden 1,8 Milliarden Gläser täglich produziert. Oft kopiert, nie erreicht. Woran liegt der Erfolg der Marke? An der streng geheimen Rezeptur? Die vor 125 Jahren von einem Apotheker erfundene Mixtur wird wie ein Schatz in einem Tresor gehütet und bisher ist es nach Aussage des Milliardenkonzerns keinem Wettbewerber gelungen, das Geheimnis zu lüften.

Slogan Mach dir Freude auf von Coca Cola

Slogan “Mach dir Freude auf” von Coca Cola

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Die ganz eigenen Studiendesigns von ÖKO-TEST

Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST veröffentlichte in der Ausgabe 02/2014 die Ergebnisse seines Tiefkühlblattspinat-Tests. In diesem Test wurden 17 Produkte im Hinblick auf ihre Schadstoffbelastung mit Nitrat, Cadmium und Perchlorat überprüft. Das Ergebnis: ÖKO-TEST empfiehlt nicht einmal die Hälfte der Produkte. Aber woran liegt das? Sind die Produkte tatsächlich so schlecht wie sie dargestellt werden?

Die Antwort ist einfach: Nein.

Zwar verdienen zwei Produkte zu Recht die Note „ungenügend“, da sie die Schadstoffe Cadmium und Perchlorat in den Mengen enthalten, die den gesetzlichen Grenzwert bzw. den europäischen Referenzwert überschreiten. Andere Produkte hingegen erhielten schlechte Noten oder wurden abgewertet, weil das Verbrauchermagazin dem Test ein Bewertungssystem zugrunde gelegt hat, das ganz eigenen Regeln folgt. (mehr …)

Das Versagen von Politik und öffentlichen Institutionen im Fall EHEC

Fragt man heute einen Verbraucher, ob er sich noch an EHEC erinnert, bekommt man eine ganze Reihe widersprüchlicher Antworten. War es der Salat, oder doch Gurken aus Spanien – oder irgendwelche Soja-Sprossen? Die Verwirrung rund um die durch den EHEC-Keim ausgelöste HUS-Epidemie von 2011 ist groß. Insgesamt gab es im Verlauf der Epidemie über 4.000 von EHEC ausgelöste Krankheitsfälle. Was viele vielleicht nur am Rande mitbekommen haben: Bis heute ist die tatsächliche Ursache der Krankheitswelle, in deren Folge über 800 Menschen am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erkrankten – und über 50 in Folge der Erkrankung starben – unbekannt.

In einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaus-Hygiene heißt es:

“Warum es in Deutschland zu einem der größten EHEC-Ausbrüche und dem HUS-Ausbruch kommen konnte, ist bislang letztlich als ungeklärt zu betrachten.”

Also doch weder Gurken noch Sprossen? Blickt man auf die Krisenkommunikation im Jahre 2011 zurück, fallen ein paar gravierende Fehler auf. Insgesamt wirkt das Verhalten von Politik, Wissenschaft, Bund und Ländern wenig orchestriert und strategisch geplant. Unterschiedliche Warnungen, Expertenmeinungen und die immer wechselnden Ursachen führten dereinst zu einer massiven Verunsicherung der Verbraucher.

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Dark Sites als Instrument des Krisenmanagements

Die sozialen Medien, Facebook, Blogs und Co können durch ihre Viralität Krisen mehr denn je eine unberechenbare Eigendynamik verleihen. Besonders wenn es um Produkte geht, mit denen der Otto Normalverbraucher tagtäglich in Berührung kommt, wie in der Lebensmittelindustrie. Die Zeiten in denen Kommunikationsexperten in der Öffentlichkeit nur kritische Fragen von Journalisten beantworten mussten sind lange vorbei. Dank dem Internet und der Kommentarfunktion spielt sich auch die Kritik der Kunden oftmals in der Öffentlichkeit ab. Wo früher ein Beschwerdebrief an das Unternehmen oder auch mal an die lokale Zeitung geschrieben wurde, wird heute einfach auf das Facebook-Profil gepostet. Der Aufwand ist geringer, Hemmschwellen niedriger. Die Öffentlichkeiten verlieren an Trennschärfe, beide Seiten wollen transparent, genau, direkt und vor allen Dingen schnell informiert werden – Journalisten ebenso wie Verbraucher.

Nachholbedarf bei Krisen-Vorbeugung in der Lebensmittelbranche
Eine gute Vorbereitung ist dann das beste Mittel, um im Ernstfall schnell genug reagieren zu können und Krisen abzuschwächen oder gar zu verhindern. Denn, Krisenkommunikation beginnt in guten oder zumindest ruhigen Zeiten. In der Lebensmittelbranche verfügen laut einer aktuellen Online-Umfrage der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der AFC Risk & Crisis Consult zwar 60 Prozent der befragten Unternehmen über ein Kommunikationskonzept als Bestandteil ihres Krisenmanagements. Kommunikative Elemente, die der Prävention dienen, sind dagegen weniger etabliert. Hier besteht  erheblicher Nachholbedarf: Nur 36 Prozent können auf Vorlagen für Pressemitteilungen zurückgreifen, 21 Prozent haben FAQ-Kataloge für den Notfall erstellt. (mehr …)

Der Lebensmittelskandal, der dann doch keiner war und trotzdem zur Krise wurde..

Der Lebensmittelskandal schien zunächst nur ein klassisches Beispiel von Auswirkungen der Globalisierung auf die Branche und infolgedessen ein Paradebeispiel für die Einflüsse der globalen Produktion auf die Krisenkommunikation: Der französische Joghurtriese Danone hatte im Sommer dieses Jahres Produkte mit Babymilchpulver in acht Ländern Asiens zurückgerufen. Denn der neuseeländische Danone-Zulieferer Fonterra hatte zuvor mitgeteilt, dass in einigen Lieferungen ein Bakterium nachgewiesen worden war, das eine lebensgefährliche Lebensmittelvergiftung auslösen könne. Nach dem chinesischen Milchpulverskandal 2008, bei dem 300.000 Säuglinge erkrankten und sechs Babys starben, läuteten besonders in Asien die Warnglocken. Die Produkte wurden sichergestellt. Die Meldung führte sogar dazu, dass Russland und andere Länder einen Importstopp für Milchprodukte aus Neuseeland verhängten. Aber auch in Deutschland schlugen die Medien Alarm: der Spiegel titelte “Milchpulver-Skandal. Neuseeland fürchtet um Ruf als Bioproduzent” und der Sender n-tv rief gar eine neue “Milchpulver-Krise” aus.

Krisen funktionieren nicht nach rationalen Grundsätzen

Wenige Wochen später erläuterte das neuseeländische Lebensmittelministerium, dass es sich um ein ungefährliches Bakterium gehandelt habe. Der Rückruf war unnötig. Liefe bei Krisen immer alles  nach ganz rationalen Regeln, könnte man meinen – keine Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.
Aber so läuft das nun mal nicht in der Medienwirkung. Das “Wieder-Grade-Rücken” des vermeintlichen Skandals sitzt – wie das meist so ist bei Revisionen – nicht mehr so hoch auf der Medienagenda. Was bleibt beim Verbraucher hängen, der sich nicht intensiv mit dem Thema beschäftigt? Schwammige Erinnerungen in Richtung “Da war doch was mit den Danone-Milchprodukten”. (mehr …)

Gen-Gemüse bei HiPP – ein Muster-Shitstorm (Update)

Die Firma HiPP kämpft derzeit mit einem Facebook-Shitstorm, ausgelöst durch einen Bericht des ZDF-Verbrauchermagazins “WISO”. Das Ganze ist ein Musterbeispiel – vom Auslöser bis hin zur Reaktion und der (versuchten) Bewältigung.

WISO hatte bereits am 6. Oktober eine Pressemeldung mit dem Titel “Gentechnisch verändertes Gemüse in Bio-Babynahrung” veröffentlicht und mit dieser auf die Sendung am 7. Oktober hingewiesen. Print- und Online-Medien nahmen das Thema dankend auf – und die Facebook-Community auf der offiziellen HiPP-Unternehmensseite reagierte entsprechend mit einer Reihe von Negativ-Posts.

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