von Yasmin Kleinod
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#StopAsianHate, #ICantBreathe & #MeToo –kurzer Trend mit großer Wirkung?

In Social Media werden komplexe politische und gesellschaftliche Diskussionen und Themen auf Hashtags verkürzt. Ein Post mit #StopAsianHate, #ICantBreathe, #MeToo etc. abgesetzt, wird zum Statement und wird – nach Twitter-Logik – „trending“. Fraglich ist, ob diese neue Form von „digitalem Aktivismus“ dazu ausreicht, um solche Themen wirkungsvoll anzugehen.

„Trending“ heißt zumindest, dass eine kritische Anzahl Menschen sich mit einem Thema auseinandersetzt. Und in Sachen (Alltags-)Rassismus ist das auch gut und richtig so um zu verhindern, dass Rassismus salonfähig wird. Dabei schwingt immer eine Frage mit: „Was darf man denn jetzt überhaupt noch sagen?“  Oder: Was ist rassistisch – und was nicht?

Ein Beispiel für diese Problematik ist auch die Corona-Pandemie, die uns seit über einem Jahr in Griff hält. Angefangen bei der definitiv rassistisch konnotierten Sprache von Trump und Co. (The chinese flu) über die alarmistische Berichterstattung von Spiegel bis Kölner Express: Nicht genug, dass die geographische Herkunft von Corona mit Stereotypen illustriert wurde – vielmehr konnte man das Gefühl bekommen, dass hier bereits bestehende rassistisch-geprägte Vorbehalte gegen China gerne genutzt wurden.

Unter dem Hashtag #StopAsianHate schildern Betroffene nun die Auswirkungen – Ressentiments, Alltagsrassismus und Anfeindungen – und machen so auf eine Form des Rassismus aufmerksam, die bislang noch gar nicht im Fokus stand: Den gegen Mitbürger asiatischer Herkunft. Zeitgleich stieg die Berichterstattung zum antiasiatischem Rassismus in den Medien – ein guter Trend und Beispiel dafür, wie eine Hashtag-Bewegung unmittelbare mediale Auswirkungen hat.

Es bleibt der Zweifel, ob berichtet wird, weil es Trending ist – oder ob es eine echte, inhaltliche Auseinandersetzung gibt. Klar, man möchte ja auch aktuelle Themen ins Gespräch bringen. Die Frage ist: Was passiert nach dem Hype? Gerät die Thematik wieder weitestgehend in Vergessenheit wie bei #MeToo? Oder verändert sich wirklich etwas?

 

Quellen: https://www.korientation.de/medienkritik/corona-rassismus-medien/

https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/fuenf-weisse-freunde-finden-rassismusdebatte-nervig-shitstorm-fuer-talkshow-dieletzteinstanz-122021-100.html

https://www.sueddeutsche.de/medien/bts-rassismus-bayern-3-matuschik-1.5219014

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