von Sophie Schott
Kategorie Blog Kommunikation
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Homeoffice: Die Abrechnung

Betrachtet man die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen naht ein Ende der Corona-Einschränkungen und damit eine mögliche Rückkehr in das gewohnte Arbeitsumfeld. Und das für den ein oder anderen nach über einem Jahr Homeoffice!

Die Vorteile vom Homeoffice scheinen offensichtlich: Durch den Wegfall von Pendelei, Staus oder Parkplatzsuche bleibt mehr Zeit für Haushalt, Familie und Regeneration. Und der ein oder andere hat seine Skills als Koch entdeckt und Kantinenessen bzw. Proviant gegen abwechslungsreiche und ausgewogenere Ernährung eingetauscht.

Utopie und Realität

Klingt fast zu schön um wahr zu sein – und ist es am Ende auch. Denn die frei gewordene Zeit füllen Arbeitnehmer oftmals mit mehr Arbeit: Es gibt keine Bürotür mehr, die man nach Feierabend schließen kann. Also das Notebook schnell nochmal aufgeklappt, ToDos für den Folgetag gecheckt oder Mails gelesen. Berufliches und Privates verschwimmt – und eine gesunde Distanz zur Arbeit zu finden schwerer fällt.

Social Distancing – der Talk an der Kaffeemaschine entfällt

Social Distancing bedeutet auch: Die Bindung untereinander läuft Gefahr, verloren zu gehen. Es gibt weniger direkten Austausch oder gemeinsame Brainstorming am Magnetboard. Virtuelle Team-Meetings und Telefonate ersetzen den direkten Kontakt mit den Kollegen auf Dauer nicht – und erst recht nicht den kurzen Talk an der Kaffeemaschine. Gegenseitiges Motivieren und Inspirieren fällt weg, ebenso wie „Coaching on the Job“ oder der unkomplizierte Direkt-Austausch von Schreibtisch zu Schreibtisch.

Grafikdesignerin Irina Blok hat den Unterschied zwischen der Arbeit im Büro und der Arbeit im Homeoffice so skizziert:

Die Abrechnung

Dauerhaftes Homeoffice ist auf lange Sicht für viele keine Perspektive, mit der man sich anfreunden kann.  Der (soziale) Kontakt zu Kollegen fehlt und der in Agenturen durchaus wichtige Flurfunk läuft nur noch digital. Und nicht zuletzt verwischt die Trennung zwischen Beruf und Privatleben – übrigens auch auf Kundenseite. Das Ergebnis: Kunden arbeiten ebenfalls zu flexiblen Zeiten und erwarten, ihren Agenturansprechpartner eben dann auch zu erreichen. Klar – Homeoffice macht es einfacher, Berufs- und Privatleben unter einen Hut zu bekommen, beispielsweise wenn Arzttermine anstehen oder die Kids krank daheim sind. Für solche Fälle ist die Option auf Homeoffice vorteilhaft. Aber als Dauerlösung überwiegen die Nachteile. Mit Sicherheit wird uns die Thematik auf lange Sicht Corona-bedingt noch eine Weile begleiten. Unser Kollege Johannes bringt das Thema mit folgender Gleichung auf den Punkt: „Beziehungsstatus Arbeitnehmer & Homeoffice = es ist kompliziert“

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