Selbstgemacht – ein soziales Schutzschild

Mit Bezahlung und Professionalität kommt die Kritik

Selbstgemacht! Vorige Woche wollte ich etwas loswerden und habe es über die facebook-Gruppe Free your Stuff Frankfurt verschenkt. Die Beschenkte hat sich bedankt – leider mit einem Riesenglas selbstgemachter Marmelade: Apfel-Zucchini. Shit. Selbstgekauftes kann man ablehnen, Selbstgemachtes nicht. Es hat diesen Heiligenschein von liebevoll.

Ist es dann auch noch toll selbstgemacht – wie vom Profi –, vielleicht sogar experimentell kreativ, dann gilt das als eins der kleinen Weltwunder. Supertalent-Stoff.

Bei Selbstgemachtem verzeihen wir auch Macken. Grammatikfehler oder Dellen im Dekor – alles kein Problem.Die Assoziations-Spirale ist seit Jahren eine Runde weitergedreht: Professionelles gibt sich den Anschein des Dilettantischen, baut mit Absicht kleine Fehler ein um den Charme des Selbstgemachten abzustauben. Denn das gibt einem so ein heimeliges Gefühl von persönlicher Beziehung und Geschichte. Weiterlesen

Warum ein CEO in Social Media kommunizieren sollte: Teil 1

Botschafter, eigene Marke und direkter Ansprechpartner: Social Media sollte in Unternehmen zur Chefsache werden

CEOs, die in Social Media kommunizieren sind in Deutschland, im Gegensatz zu den USA, immer noch eine Seltenheit. Doch es werden immer mehr Führungskräfte, die Social Media zur Chefsache machen und mit einem eigenen Profil auf Twitter, Facebook und Co. präsent sind – und damit im Unternehmen vorleben, welche Stellenwert digitale Kommunikation mittlerweile haben muss. Dies könnte man natürlich auch ohne ein eigenes Profil tun. Warum also kann eine eigene Präsenz von Vorteil sein?

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This is not an Advertisement! Oder doch?

This is not an advertisement

In den letzten Wochen machte folgende Meldung die Runde: Ab sofort können Werbekunden der Apple News App ihre Anzeigen im Newsfeed direkt zwischen den Nachrichten platzieren. Sie sind in derselben Schriftart gesetzt wie die Artikel. Erst unter dem Teasertext muss ein kleines „sponsored“ stehen. Die Werbung soll „mit ihrer Umgebung verschmelzen“ heißt es. In Deutschland gibt es die entsprechende News-App Version noch nicht.

Und jetzt?

Immer häufiger kann man nicht auf den ersten Blick zwischen redaktionellen Inhalten und Werbung unterscheiden. Wie reagieren wir darauf? Erst einmal empört.

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Die Bio-Gurken (-Problematik) in der Unternehmenskommunikation

Öko(un)logisch – warum es Unternehmen gibt, die lieber auf eine EU-Zertifizierung verzichten

Die Welt des Essens und Trinkens ist stetig in Bewegung. Zum einen werden Leckereien in Form von #Foodporn durch Social Media und Co. in Szene gesetzt, zum anderen wollen die Menschen wieder zurück zum Ursprung. Bio-Produkte, saisonales Obst und Gemüse, Essen aus der Region – die Verbraucher, allen voran die urbanen Trendsetter, wollen wieder zurück zu Produkten aus der Heimat und das nach Möglichkeit organic – also in Bio-Qualität.

Plastik satt: Bio-Gurken bei Rewe und anderen müssen EU-Richtlinien entsprechen

Plastik satt: Bio-Gurken bei Rewe und anderen müssen EU-Richtlinien entsprechen.

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Klassische PR-Arbeit ist tot! Lang lebe die klassische PR!

Die Top 3 der PR, die nicht vom Aussterben bedroht ist

Auf unserem Blog gibt es überwiegend News aus der digitalen Welt. Denn, zugegeben, in diesem Bereich passieren die wirklich neuen Dinge. Als Agentur dabei am Puls der Zeit zu sein, ist wichtig und spannend. Hier gilt es, eine neue App für die Kommunikation zu testen, da neue Wege mit Influencern zu gehen.

Manche Elemente der Kommunikation rosten nicht.

Manche Elemente der Kommunikation rosten nicht. Bild via Flickr von Chris Garcia (CC BY-ND 2.0).

Es gibt wohl kaum noch eine Agentur, die sich noch als Agentur positioniert, die reine “Pressearbeit” betreibt. Ansonsten „Anschluss verpasst“, würde ich sagen. Aber auch wenn die Branche die klassische PR-Arbeit immer wieder für tot erklärt, im Agenturalltag selbst zählen (angeblich) „klassische Faktoren“ weiterhin zum Erfolgsrezept der Kommunikation. Trotz aller digitalen Entwicklungen sind diese Punkte noch lange nicht vom Aussterben bedroht und teilweise gerade wegen dieser Entwicklung wichtiger denn je.

Zeit für eine Top 3 aus unserem PR-Alltag: Weiterlesen

Erbitterten Wettbewerb im Social Web sympathisch inszeniert

Was McDonald's und Burger King im Social Web richtig gemacht haben

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Es bringt nichts, einfach nur mit mehr Filialen vertreten zu sein – genau das muss man auch kommunizieren. Das ist der Grundsatz von PR, und so dachte es sich scheinbar auch die französische Werbe-Agentur, die die Burger-Kette McDonald’s betreut. Es wurde ein meterhohes Straßenschild als Werbefläche aufgestellt, um zu zeigen: McDonald’s erreichen alle Hungrigen und Burger-Lustigen ganz einfach in 5 Kilometern, Burger King dagegen erst in 258 Kilometern – wer denn überhaupt der komplizierten Route folgen kann. Ein Video vom Schildaufbau und Fotos gingen durchs ganze Social Web. Eine clevere und lustige Aktion.

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Die Emoji-Revolution

Oder: Wie kleine Smilies die Kommunikation im Social Web verändern

Das “Wort des Jahres 2015” ist – jedenfalls nach Ansicht des Oxford Dictionary – kein Wort. Sondern das Emoji mit dem fast poetisch klingenden Namen “Face with Tears of Joy”. Oder kurz:

tears-of-joy-emoji

Im Internet-Slang kennt man das Emoji 😂 noch unter den Kürzeln lol (laughing out loud), lmao (laughing my ass off), lmfao (laughing my fucking ass off) – oder einfach nur als hahaha etc. Was Emojis jedoch so besonders macht: 😂 ist eben kein einzelnes Wort. Sondern vielmehr der Ausdruck von Gefühlen und Emotionen, kondensiert auf ein kleines Icon.

Die Ernennung eines Emojis zum “Wort des Jahres” ist jedoch vielmehr als ein Kuriosum – denn immerhin stehen diese zunehmend für einen Wandel in der schriftlichen Kommunikation. Rund 50 Millionen Menschen in Deutschland nutzen inzwischen ein Smartphone – und von diesen nutzen zwischen 80% und 90% Emojis. Und selbst wenn man keine Emojis verwendet – 99,8% haben bereits die kleinen Bildchen z.B. in WhatsApp-Nachrichten etc. gesehen. In den USA versendet jeder Mensch durchschnittlich 96 Emojis pro Tag. Weltweit sind es über 6 Millionen Emojis, die jeden Tag verschickt werden.

“We just thought, when you look back at the year in language,
one of the most striking things was that, in terms of written communication,
the most ascendant aspect of it wasn’t a word at all, it was emoji culture.”
Caspar Grathwohl, Präsident von Oxford Dictionaries 

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Google, König der Online-Kommunikation?

Wie sich Google mit YouTube Red ins Aus kommuniziert

Onlinekommunikation ganz ohne Google, Gmail, Google Maps und Co? Heute kaum mehr vorstellbar*. „Googlen“ und „YouTuber“ sind längst Teil unserer Alltagssprache. Da passt es nur zu gut, dass die frisch umstrukturierte Google-Muttergesellschaft den Namen ‚Alphabet‘ verpasst bekommen hat. Allerdings scheint der Internet-Riese noch ein paar Schwierigkeiten zu haben, wenn es um die eigene Kommunikation geht. Ein besonders schönes Beispiel dafür ist „YouTube Red“, das neue Versuchskaninchen der Google-Tochter YouTube, das 2016 auch in Deutschland an den Start gehen soll – und dessen namentliche Ähnlichkeit zu einem Videoportal der rot leuchtenden Art online schon jetzt für viele Frotzeleien gesorgt hat.

In den USA läuft die ‚Premiumvariante‘ von YouTube seit Ende Oktober 2015. Für 10 Dollar im Monat können in den USA ansässige Zuschauer Mitglied werden und sich so die lästigen Pre-Roll-Ads vor dem Schauen von Videos sparen. Zusätzlich wird es exklusiven Content nur für Mitglieder geben. Dafür wurde unter anderem Mega-YouTuber PewDiePie verpflichtet, der mit seiner eigens für YouTube Red-Mitglieder produzierten Reality-Show „Scare PewDiePie“ 2016 wohl einige seiner über 41 Millionen (!) Abonnenten zu YouTube Red locken wird. Eine Downloadfunktion und eine Mitgliedschaft bei Google Play Music gibt es obendrauf.

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Storytelling – von Hollywood gelernt

Im Storytelling der PR darf keinesfalls das Produkt die Heldenrolle einnehmen, sondern der Konsument, der erst durch das Produkt zum Helden wird

Gutes Storytelling ist die Basis der PR. Doch was ist eine gute Story? Dazu lohnt es sich, dachten die Jungs von Storybrand, mal einen Blick auf besonders erfolgreiche Filme zu werfen: Stars Wars, Tribute von Panem, Bond oder gar Harry Potter – von Hollywood lernt man, dass sich alle guten Stories um einen Helden drehen!

Screenshot aus Film “WHAT IF YOU ARE NOT THE HERO?” [http://storybrand.com/storybrand-paradigm-shift/?inf_contact_key=57b493d59f31bca377518ffe07f83f5c65468c965737a180f5f941507f69c8fc]

Screenshot aus Film “WHAT IF YOU ARE NOT THE HERO?”

Okay, zugegeben: Diese Erkenntnis ist nicht ganz neu. Aber was genau macht den Helden zum Helden? Klar, er löst unlösbare Probleme, rettet die Welt, besiegt die Bösen. Aber all das schafft er nicht alleine! Alle Helden haben einen Guide an ihrer Seite, der ihnen auf die Sprünge hilft, ohne sich in den Vordergrund zu drängen:

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#Appgefahren: Instagram – Stories in Serie statt Kampagnen-Blockbuster

Storytelling über Bilder

„Bilder sagen mehr als tausend Worte“, dieses Zitat stammt angeblich von Paul Julius Freiherr von Reuter, dem Gründer der heute in London ansässigen Nachrichtenagentur Reuters. Auch jetzt, mehr als hundert Jahre nach dem Tod des Unternehmers findet das Sprichwort häufig Gebrauch. Instagram, der wohl bekannteste Online-Dienst zum Teilen von Fotos, macht sich die Metapher, dass Bilder gegenüber ausschließlichem Text einen Mehrwert haben, zu Nutzen. Selbstverständlich steht nicht nur Instagram unter diesem Motto, doch versteht es das Kalifornische Unternehmen durch Fotos und Videos im Zusammenspiel mit Bildbeschreibungen wie kaum ein anderer Online-Service privaten Nutzern und Firmen eine Plattform zu bieten, die das Storytelling neu definiert.

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