von Uwe Kohrs
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Pressearbeit ohne Presse?

Die Hoffnung stirbt zuletzt, könnte man denken, wenn man den Blick auf die Veränderungen in Deutschlands Redaktionen wirft. Immer weniger Zeit, immer weniger Erfahrung, immer mehr Fließband, immer häufiger prekäre Arbeitsverhältnisse. Der traditionelle Journalismus scheint zum Auslaufmodell geworden zu sein. Und was passiert mit den ganzen Presseabteilungen im Lande, denen zunehmend die Klientel abhandenkommt?

Zeitungen

Bild via flickr von Nicholas Boos (CC BY-ND 2.0)

Nun, man könnte ins Marketing emigrieren und die verbleibenden Medienreste von dort betreuen. Oder man könnte das eigene Selbstverständnis verändern und sich auf den Dialog mit allen meinungsbildenden Personengruppen spezialisieren. Also eben nicht mehr nur Presse, sondern Blogger, Analysten, digitale Meinungsführer, Produkttester und Netzwerker. Alles aus einer Hand. Dies ist das Umfeld, in dem in Zukunft immer stärker die Musik spielen wird. Die Herausforderungen für Presseabteilungen – und auch für entsprechende Agenturen – liegen heute darin, die Instrumente zu erlernen, mit denen man in Zukunft in diesem Orchester erfolgreich mitspielen kann. Die Basis ist und bleibt daher ein umfassendes Verständnis der Relevanz der einzelnen Instrumente und ihrer Wirkung auf das öffentliche Bild von Unternehmen und Institutionen. Dieses Bild in einem zunehmend komplexeren Umfeld zu gestalten, ist die künftige Aufgabe und Chance von Presseabteilungen – eventuell sogar ohne die Anwesenheit von Presse.

Erschienen in pressesprecher 03/2014


 

Bildquelle: Zeitungen von Nicholas Boos via flickr (CC BY-ND 2.0)

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