Wie Procter & Gamble (nicht) auf sein “schmutziges Palmöl-Geheimnis” reagiert

Oder: Ist Aussitzen die richtige Strategie?

Der US-Konzern Procter & Gamble steht in der Kritik der Umweltschützer von Greenpeace. Der Vorwurf: Procter & Gamble soll Palmöl von Lieferanten beziehen, die die Umwelt zerstören und den Lebensraum von Tieren vernichten.

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Quelle: Greenpeace

Zum Hintergrund: Mit 54 Millionen Tonnen (2011) ist Palmöl das am meisten produzierte Pflanzenöl. Etwa jedes zweite Supermarktprodukt enthält Palmöl, weil es sehr kostengünstig und leicht zu verarbeiten ist. Das einzige Problem: Für die riesigen Monokulturen der Ölpalmen wird Regenwald gerodet und mit den Bäumen sterben bedrohte Tiere wie Orang-Utans, Tiger und Nashörner. Dieser Umstand lässt Umweltschützer die letzten Jahre vermehrt Alarm schlagen. Längst ist das Thema bei Unternehmern und Entscheidern der Konsumgüter-Branche angekommen. Viele gehen bereits pro-aktiv vor und haben ihre Produkte auf RSPO-zertifiziertes Palmöl umgestellt. Das Siegel gewährleistet eine ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche Herstellung des Rohstoffs. Dass der “Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl” (RSPO) allerdings von den großen Palmölerzeugern und -verbrauchern gegründet wurde und auch von diesen finanziert wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.

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Tom Tailor und die Katzenfell-Bommel-Krise

Alles für die Katz: Ratlosigkeit statt Verantwortung

Das Bekleidungsgeschäft Tom Tailor hatte keinen guten Start in das Jahr 2014. Tierschützer haben aufgedeckt, dass die als Kunstfell deklarierten Bommel an einem Mützen-Modell des Unternehmens aus echtem Fell bestehen. Besonders pikant: nachweislich handelt es sich um Katzenfell. Kein Wunder, dass die allgemeine Empörung groß ist, schließlich stammt das Fell von dem wohl beliebtesten Haustier der Deutschen.

Bild via flickr by Photo_Story_Teller

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Der emotionalen Welle der Entrüstung stand zu halten, fiel Tom Tailor sichtbar schwer. Nach einer Überprüfung der Vorwürfe, die sich unglücklicherweise als richtig erwiesen, nahm Tom Tailor die Mütze aus dem Sortiment und erstattet nun den Preis für bereits gekaufte Modelle, die zurückgebracht werden. Im ersten Schritt die richtige Reaktion, denn neben der Erzeugung eines enormen Imageschadens, verstieß Tom Tailor gegen das EU-weite Importverbot für Haustierfelle. Nach Artikel 3 der Verordnung (EG) Nr. 1523/2007 ist es grundsätzlich verboten, Katzen- und Hundefelle sowie Produkte, die solche Felle enthalten, in der EU in den Verkehr zu bringen, und in die EU ein- bzw. auszuführen. Weiterlesen

Greenwashing – die selbst kreierte Krise (Update)

Oder: wenn Unternehmen ihre Problemzonen mit "grünem Anstrich" kaschieren wollen

Der Absatz von Bio- und Fair-Trade-Produkten steigt deutlich. Laut dem Verein TransFair e.V.: „kauften die deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher im Jahr 2012 Fairtrade-zertifizierte Produkte im Wert von rund einer halben Milliarden Euro, dies entspricht einer Steigerung um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr“. Vor einigen Jahren noch eine Randerscheinung in den Kreisen einer Öko-Subkultur, ist das große Wort der Nachhaltigkeit heute in aller Munde. Unternehmen haben das Potential längst erkannt, setzen auf ein “grünes Image” und wetteifern mit gutmenschlichen Versprechen und naturverbundener Bildsprache um die Gunst des umdenkenden Verbrauchers. Doch dieses Thema hat es in sich. Es ist nicht damit getan auf den Zug aufzuspringen. Die bloße Bekundung „dabei zu sein“ birgt immense Risiken. Ein Blick auf Korruptionsskandale, Umweltkatastrophen und irreführende Werbeaussagen zeigt, ein „grüner Anstrich“ ohne Fakten kann schnell zur Krise führen.

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Der goldene Windbeutel von Foodwatch als Wurfgeschoss einer kritischen Gesellschaft

Capri Sonne und der reflexartige Versuch eines Krisenmanagements

Der goldene Windbeutel 2013 ging an Capri Sonne. Rund 120.000 Verbraucher haben bei der Wahl der aggressivsten Marketingmethode für den Saft-Soft-Drink gestimmt. Doch das war nur der Anfang. Es folgten ein Facebook-Shitstorm und die unangenehme Präsenz in meinungsbildenden Medien, wie der Tagesschau. Das i-Tüpfelchen setzte Foodwatch, nachdem Versuch einer Stellungnahme der Markenverantwortlichen, mit einem zynisch-entlarvenden Youtube-Video, das sich großer Beliebtheit erfreute.

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