22. Februar 2018 Birgit Eisenbeis

Zurück zu den Wurzeln?

Was die Anpassung des Facebook-Newsfeeds für Agenturen und Unternehmen bedeutet

Groß war der Aufschrei in manch einer Agentur, als Marc Zuckerberg vor einem Monat verkündet hat, dass sein Netzwerk zurück zu den Wurzeln gehen möchte: Weg von einem stark nachrichten- und werbungslastigen Kommunikations-Tool zum „Real life“ Social-Network mit: Familien, Freunden und Co.

Ein Recht auf Werbung?

Dabei ist es doch der Fokus vieler Agenturen, den Content der zahlenden Kundschaft irgendwie vor Family & Friends zu drängen: Da werden Interaktionen eingekauft, attraktive Inhalte gebastelt, die in erster Linie dem Algorithmus und nicht dem User gefallen sollen und jeder Trick genutzt, um sich in die Timeline möglichst vieler Menschen zu drängen.

Und dann wird sich auch noch beschwert, weil das jetzt schwerer wird? Wenn wir mal ganz ehrlich sind: Warum denken manche, sich das Recht auf kostenlose Werbung herausnehmen zu können? Denn weder das Netzwerk noch die User haben nach Sponsored Post und Werbung gefragt, noch ist durchgehend ein echter Mehrwert dadurch zu erkennen, dass diese da sind.

Wie geht es weiter?

Ist die Zeit des großen Social Media Marketings damit jetzt vorbei? Mitnichten. Vielmehr gilt es nun, sich auf eine Grund-Tugend zu besinnen: Seid wirklich social! Gebt eurer Brand ein Gesucht, redet mal wirklich mit euren Fans – ganz ohne Bots und Textbausteine und versucht mal als Marke als „virtueller Freund“ wahrgenommen zu werden.

Klar – das ist definitiv mehr Arbeit, lässt sich schwer in Strukturen und Prozesse pressen und dürfte in vielen Marketingabteilungen der alten Schule für Überforderung und Verwirrung sorgen. Aber wer social nicht kann oder will, ist vielleicht in Zukunft (oder schon immer) falsch in sozialen Netzwerken?

Wenn Zuckerberg mit seinem Appell wirklich so etwas im Sinn hatte – umso besser. Der Verdacht drängt sich aber auf, dass der Facebook-Gründer einfach nur mehr Kohle von denen abschöpfen will, die eben nicht smart oder schnell genug sind, sich anzupassen.

About the Author

Birgit Eisenbeis
Birgit Eisenbeis Birgit Eisenbeis hat an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz Soziologie studiert und danach eine Weiterbildung zur Social Media Managerin an der TH Köln absolviert. Nach dem Studium war sie in der Versicherungs- und E-Commerce Branche tätig. Seit 2017 verstärkt sie bei der Impact Agentur für Kommunikation GmbH als Social Media Managerin das Digitalteam.

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