22. März 2016 Katja Stumpf

„Damn Daniel“ – „Damn, Daniel”! – unfassbar, aber viral

"Back at it again with the white Vans!"

Hätten wir nicht alle gerne die Geheimformel, nach der man die Viralität eines Video-Clips oder einer Social Media Kampagne bestimmen kann? Sicher haben es schon viele Unternehmen ohne viel Geld geschafft, durch lustige, kreative und überraschende Ideen ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Oder ist es vielmehr die Ungläubigkeit ob der Tatsache, dass es wirklich Menschen gibt, die ihre Blödeleien posten?

Fast könnte man meinen, es bestünde ein Zusammenhang zwischen der Banalität einer Idee und der Viralität eines Clips. Ein legendärer Ruf „Damn Daniel“ kann schon mal eine Meme-Sensation gebären (und das wahrscheinlich einfacher als ein Adorno-Zitat). Dann geht alles ganz schnell.

damn.daniel

Zu Gast bei Ellen DeGeneres (Quelle: https://twitter.com/Josholzz).



Damn Daniel! „Seht euch nur diese Vans an!“ Damn Daniel”- ist ein Compilation-Video der kalifornischen Schüler Daniel Lara und Josh Holz. Zu Gast bei Ellen erklärt Josh, dass er seinen besten Freund Daniel und dessen Vorliebe für sportliches Schuhwerk eigentlich nur kurz in seine Snapchat-Story einbauen wollte. Der Rest ist Internet. Josh filmt Daniel und seine Schuhe täglich, fügt die Clips zu einer Compilation zusammen und lädt sie auf Twitter hoch. Seither hat Daniel neben Heiratsanträgen via Twitter einen lebenslangen Vorrat an Vans bekommen und wurde zur Stilikone ernannt. Auf eBay werden weiße Schuhe als originale „Damn Daniels” für 400.000 Dollar angeboten—das abgetragene Paar gehört dabei weder dem Daniel aus den Videos, noch sind es überhaupt die Schuhe, die er trägt.

Natürlich träumen alle Kreativen von solchen Erfolgen. Es fuchst sie, dass ein paar 15-jährige komplett ohne Budget und ohne Storyboard Klickraten erzielen, von denen sie nur träumen können. Im Grunde fuchst es uns alle. Verzweifelt versuchen sie solche Erfolge nachzuahmen. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Und eben nie kalkulierbar, denn voraussehbar ist der Erfolg nicht. Früher war es einfach zu sagen: Das wird eine Story. Aber die klassischen Nachrichtenwerte greifen hier nicht mehr. Weil es eben keine Nachrichten sind – sondern Unterhaltung, was die Kids im Netz suchen und platzieren.

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