13. August 2015 Alexandra Tschacher

impact #Appgefahren: Pinterest oder die Sucht nach schönen Bildern

Warum das sinnlose Stöbern so ein gutes Gefühl gibt

c9025c5fb57a877fb2bb2e42d4a1238b1337085529Wen Pinterest erst einmal in seinen Bann gezogen hat, den lässt es so schnell nicht wieder los. Im Jahr 2010 gegründet, ist das Netzwerk zum Bilderteilen laut einer Studie von GlobalWebIndex das am schnellsten wachsende soziale Netzwerk. Weltweit hat es circa 47 Millionen Nutzer im Monat, zum aktuellen Zeitpunkt gibt es über 1 Milliarde Pinnwände und 50 Milliarden verfügbare Pins. Aktuelle Zahlen für Deutschland liegen nicht vor, damit hält man sich noch sehr bedeckt, aber die Plattform wird auch hier immer beliebter im Social Media Mix. 2014 haben sich die Nutzerzahlen laut Pinterest verdreifacht. Vor allem Frauen sind hier sehr aktiv, weit mehr als 50% der Nutzer sind weiblich. Soviel zu den im Netz auffindbaren Fakten.

Doch woran liegt es, dass man selbst bei einer kurzen Suche mit einem konkreten Ziel fast immer auf der Plattform hängen bleibt und sich in der Welt der schönen Bilder verliert?

Pinterest unterstützt auf einfache Art und Weise menschliche Gewohnheiten, die es schon immer gab: Sammeln, sammeln, sammeln, soziales interagieren und kommunizieren in Bildern. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, wer kennt diesen Spruch nicht. Die Entwicklung von sozialen Plattformen zeigt, dass die Nutzer weg von langen Texten hin zum schnellen und kurzen Interagieren tendieren, denn der Mensch nimmt Bilder schneller und besser auf als Text. Die Forderung der Nutzer lautet: Ein hoher Grad an Bedürfnisbefriedigung mit einem niedrigen Grad an Aufwand. Und das möglichst ästhetisch umgesetzt.

Hier kommt Pinterest ins Spiel. Denn mit Pinterest kann man allen zeigen was einem gerade gefällt, schnell und unkompliziert und am liebsten ohne viele Worte. Die Fotos, Grafiken oder Themen fesseln einen – je außergewöhnlicher, ansprechender, schöner oder witziger desto besser. Aber, und das ist das Schöne: Bei Pinterest geht es in erster Linie um gemeinsame Themen, Projekte und Ideen und nicht so sehr um die eigene Selbstdarstellung wie z.B. auf Instagram. Es geht darum, Dinge zu planen, sich inspirieren zu lassen und in die Zukunft zu schauen, kreativ zu werden und etwas zu starten. Die Bilderwelten sorgen dabei für eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl, je nach Interessensgebiet fühlen die Mitglieder der Community sich verstanden und gut aufgehoben und tauchen dann immer tiefer in die Materie ein. Zudem haben die Pins im Gegensatz zu Fotos auf anderen Plattformen eine wesentlich längere Halbwertzeit, da sie kontinuierlich weitergepinnt werden und so immer wieder auftauchen.

...und so sieht es dann aus, wenn die Autorin bei Pinterest aktiv ist!

…und so sieht es dann aus, wenn die Autorin bei Pinterest aktiv ist!

Dazu kommt eine klar definierte und übersichtliche Struktur mit einer einfachen Usability, die keine Sprach- oder Ländergrenzen kennt. Und schon ist das Stöbern ein bisschen wie Urlaub für’s Gehirn im ansonsten stressigen Alltag. Ein weiterer wichtiger Faktor ist hier sicherlich auch die zunehmende Nutzung auf dem Smartphone. 75 Prozent der Nutzungszeit von Pinterest gehen auf mobile Endgeräte zurück, davon sind etwa 80 Prozent Smartphones. Die neuen Generationen haben schnelles Internet und so ist es einfach, mal eben ein paar Pins am Strand, im Bus auf dem Weg zur Arbeit oder vor dem Schlafen aus dem heimischen Bett zu teilen. Oder sich eben nochmal an den Strand des nächsten Urlaubsziels zu träumen und dazu ein Kleid zu finden, das man niemals tragen wird. Der Phantasie sind mit Pinterest keine Grenzen gesetzt und die Bildersuchmaschine wird mit Sicherheit auch in Deutschland weiter wachsen. I like!

…und im nächsten Blogbeitrag von mir geht es darum, warum Pinterest auch für Unternehmen zunehmend relevant wird.

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