Bertelsmann kauft Gruner + Jahr: Die Folgen für die PR-Branche

Oder: Welche Chancen und Risiken bietet die Übernahme für die PR

Vergangenen Montag (06.10.2014) fand ein Stück hanseatische Verlagsgeschichte ihr Ende: Bertelsmann – Europas größter Medienkonzern – kündigte an, den kriselnden Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr (u.a. „Stern“, „Geo“, „Gala“, „Capital“, „Brigitte“) komplett zu übernehmen. Für einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag erwirbt der Gütersloher Medienkonzern die Minderheitsbeteiligung der Familie Jahr (25,1 Prozent Anteile an G + J).

Der harte Sanierungskurs bei Gruner + Jahr geht weiter.

Der harte Sanierungskurs bei Gruner + Jahr geht weiter.

Was will Bertelsmann mit G+J?
Viele Journalisten und PR-Experten fragen sich nun: Was will Bertelsmann (u.a. RTL und Penguin Random House) mit dem kriselnden Zeitschriftenverlag? Schließlich sinken Umsätze und Gewinne im Printbereich bei G+J kontinuierlich und auch das Digitalgeschäft bei Stern, Brigitte & Co. ist eher schwach. Weiterlesen

Wie die Stiftung Warentest im „Fall Mineralwasser“ Testergebnisse aufbauscht

Oder: Verbraucherverunsicherung statt Verbraucherschutz?

Die Stiftung Warentest genießt bei Verbrauchern hohes Ansehen: 81 Prozent der Deutschen hatten im Juli laut einer Erhebung des PR-Verbandes GPRA sehr großes oder großes Vertrauen in die Stiftung Warentest – mehr als in jede andere Verbraucherschutzorganisation.

GPRA-Vertrauensindex: Stiftung Warentest auf Platz 1

GPRA-Vertrauensindex: Stiftung Warentest auf Platz 1

Allerdings ist die Stiftung Warentest in erster Linie ein Medienunternehmen, das von den Erlösen seiner Hefte und der Website lebt. Umso weniger verwundert es, dass die Warentester gerne mal Probleme schaffen und aufbauschen, die mitunter gar nicht existieren. Denn schlagzeilenträchtige Testurteile erzeugen Aufmerksamkeit und sorgen für die gewünschte Auflage… Weiterlesen

Keine Medienkrise in der „heilen Welt“

Was die Produkt-PR von Landlust, Flow und Co. lernen kann

Die schönen Seiten des Lebens genießen, dem Alltag entfliehen, sich dem Gärtnern, Basteln, Kochen und Backen widmen… diese Sehnsucht scheint bei vielen Menschen nach wie vor präsent zu sein. Kaum verwunderlich, dass einige Verlage durchaus erfolgreich auf Printmedien mit Themen wie Do-It-Yourself, Entschleunigung und Entspannung setzen. „Heile-Welt-Magazine“ scheinen von der Medienkrise ausgenommen. Die Auflagenzahlen sprechen für sich. Weiterlesen

„First Kiss“ – kein Kunstprojekt sondern getarnte Werbung

Wie das Viral-Video selbst klassichen Online-Medien den Kopf verdreht

Über 59 Millionen Views hat der dreieinhalb minütige Clip „First Kiss“ seit dem 10. März allein auf YouTube gesammelt.

Im Video sind zehn Paare beim Küssen zu sehen, die sich angeblich gerade erst kennen gelernt haben. Hierbei handelt es sich um ein vermeintliches Kunstprojekt von Tatia Pilieva. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es sich bei dem Viral-Clip um eine Auftragsarbeit für das Mode-Label WREN handelt. Die „Fremden“ waren Models bzw. Schauspieler, WREN lieferte die Kleidung.

First-Kiss-Video-I

Der Zauber des ersten Kusses
Quelle: YouTube

Martin von den Blogrebellen formuliert das Ganze noch etwas drastischer: „Wenn Millionen YouTube-Zuschauer glauben, dass sie hier Zeuge eines total süßen Frühlingsgefühle-Kunstevents werden, dann wurden sie verarscht. Es ist Werbung – und das scheint keinem aufgefallen zu sein.“

Ob „getarnte“ Werbung negativ für den Zuschauer ist – oder ob man es als schlimm empfindet, dieser „auf den Leim gegangen zu sein“ ist natürlich Ansichtssache. Viel bedenklicher ist jedoch, dass sich eine ganze Reihe von klassischen Online-Medien mangels gründlicher Recherche unbewusst an der Vermarktung des Clips beteiligt hat. In zahlreichen Beiträgen ist vom Kunstprojekt „First Kiss“ die Rede, das den intimen und emotionalen Moment eines ersten Kusses im Rahmen eines Kurz-Clips eingefangen habe. Weiterlesen

Die ganz eigenen Studiendesigns von ÖKO-TEST

Oder: Wenn Verbraucher angeblich 1,4 kg Tiefkühlspinat pro Woche essen

Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST veröffentlichte in der Ausgabe 02/2014 die Ergebnisse seines Tiefkühlblattspinat-Tests. In diesem Test wurden 17 Produkte im Hinblick auf ihre Schadstoffbelastung mit Nitrat, Cadmium und Perchlorat überprüft. Das Ergebnis: ÖKO-TEST empfiehlt nicht einmal die Hälfte der Produkte. Aber woran liegt das? Sind die Produkte tatsächlich so schlecht wie sie dargestellt werden?

Die Antwort ist einfach: Nein.

Zwar verdienen zwei Produkte zu Recht die Note „ungenügend“, da sie die Schadstoffe Cadmium und Perchlorat in den Mengen enthalten, die den gesetzlichen Grenzwert bzw. den europäischen Referenzwert überschreiten. Andere Produkte hingegen erhielten schlechte Noten oder wurden abgewertet, weil das Verbrauchermagazin dem Test ein Bewertungssystem zugrunde gelegt hat, das ganz eigenen Regeln folgt. Weiterlesen