29. September 2017 Kerstin Holla

Onboarding – Der Schlüssel zur erfolgreichen Integration von Mitarbeitern

Ein Gastbeitrag von Kerstin Holla

Die ersten Wochen im neuen Job entscheiden, ob sich ein neuer Mitarbeiter wohlfühlt und gerne dabei ist. Die „Ins-kalte-Wasser-schmeißen“-Strategie ist hier nicht zielführend. Der Neue verliert schnell seine anfängliche Euphorie und lässt den Kopf hängen, was sich wesentlich auf die Motivation und die Qualität der Arbeit auswirkt. Vielmehr sollte das Unternehmen den Neuling mit einer vernünftigen Strategie willkommen heißen und ihn in alle möglichen Bereiche einführen: Onboarding heißt hier das Schlüsselwort – eben ein langsames „an Bord nehmen“ und systematisches Integrieren. Doch was macht ein ideales Onboarding-Konzept aus? Wo läuft es gut, wo nicht?

Tag 1 – Die Vorstellungsrunde

Egal, wo ich bisher war: die Vorstellungsrunde hat nie gefehlt. Den Neuankömmling am ersten Tag herumzuführen, ihm die Team-Kollegen vorzustellen und die wichtigsten Orte zu zeigen, war bisher zum Glück überall dabei.

Schnittstellen entdecken

Kollegen und Bereiche, mit denen der Neue während seiner Arbeit in Berührung kommt, sollten kennengelernt werden. Als Neuling in einem großen Unternehmen kann ich sagen, dass das sehr wichtig ist und unangenehme Situationen verhindern kann. Durch viele Einführungsgespräche weiß ich jetzt, wer in welchem Bereich mein Ansprechpartner ist und wer wie seinen Fokus setzt. Hinter den Stimmen am Telefon steckt nun auch ein Gesicht. In einigen Bereichen war ich sogar für eine kurze Zeit zu Gast und habe dort mitgearbeitet. Hierdurch werden auch nochmal die Strukturen und die Strategie des Unternehmens klarer. Noch besser ist sogar, wenn ein neuer Mitarbeiter zunächst verschiedene Abteilungen durchläuft, bevor er ans eigentliche Ziel, seinen Arbeitsplatz, kommt. Größere Unternehmen liegen hier vorne.

Bei so vielen neuen Gesichtern in den ersten Wochen ist es nicht gerade leicht, den Überblick zu halten. Wohl jeder Neue wünscht sich „Teamboards“ mit Fotos und Namen. Vor Meetings kann man sich so schnell auf seine Gesprächspartner vorbereiten und tappt in kein Fettnäpfchen. Ich stand in den vergangenen Wochen des Öfteren davor und war sehr dankbar.

Unternehmensstrukturen und -werte erklären

Je größer das Unternehmen, desto komplexer seine Strukturen. Auch wenn der Neuankömmling sich im Vorfeld gründlich über das Unternehmen informiert hat, sollte ihm die Organisation ausführlich erklärt werden. Genauso wichtig sind die Philosophie und die Werte des Unternehmens, denn diese leben davon, dass die Mitarbeiter sie leben und sich mit ihnen identifizieren.
Bei meinem Praktikum-Marathon in Redaktionen und mittelständischen Unternehmen bin ich hier nicht immer abgeholt worden. Klar, es waren nur Praktika, aber gerade im kommunikativen Bereich sollte man das große Ganze im Blick haben. Nicht jeder hat sich hier genug Zeit genommen.

Aufgabenfelder und Ziele festlegen

Auch auf die fachliche Einarbeitung und eine gute Betreuung kommt es an. Der Neuling muss gut auf seine Aufgaben und aktuelle Themen vorbereitet werden. Wichtig ist zudem, dass es klare Ziele zur Orientierung gibt und der neue Mitarbeiter weiß, was von ihm erwartet wird. Natürlich sollte er auch seine eigenen Wünsche und Erwartungen äußern dürfen. In regelmäßigen Jour Fixes kann über das alles sowie über laufende Projekte und Aufgaben gesprochen werden. Das Tüpfelchen auf dem i sind dann noch Workshops und Seminare zur Weiterbildung, durch die Stärken und Talente gefördert werden.
Gerade bei Praktika bin ich hinsichtlich neuer Aufgaben oftmals ins kalte Wasser geschmissen worden und sollte ‚erstmal machen‘. Hieran bin ich zwar auch gewachsen, aber ein wenig Orientierung hätte sicherlich auch nicht geschadet. Was mir an meinem neuen Job besonders gut gefällt: Es gibt wöchentliche Jour Fixes.

Teambuilding

Um mit den direkten Kollegen zu einem Team zusammenzuwachsen, sollte es im Rahmen des Onboardings verschiedene Maßnahmen geben. Da reichen schon gemeinsame Mittagessen sowie ein Sommer- und Weihnachtsfest. Das ist von Redaktion zu Redaktion und von Unternehmen und Unternehmen unterschiedlich.

Natürlich gibt es noch viele weitere Aspekte, die einen Einstieg perfekt machen, doch wenn schon die oben genannten Punkte bei der Einarbeitung beachtet werden, wird sich der neue Mitarbeiter schnell wohl fühlen, sowie gerne – und vor allem erfolgreich – mitarbeiten. Denn eine gute Onboarding-Strategie ist der Schlüssel zum Erfolg!

About the Author

Kerstin Holla
Kerstin Holla Kerstin Holla studierte Sprache und Kommunikation an der Universität Siegen sowie Angewandte Sprachwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Nach diversen Praktika im journalistischen Bereich (Zeitung, Radio, TV) und in der Unternehmenskommunikation ist sie seit April als PR-Volontärin bei bofrost* tätig.

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