8. März 2017 Stefanie Reichmann

Noch knapp 200 Tage bis zur Bundestagswahl

In den USA testet Facebook einen „umstritten-Button“ gegen Fake-News

Laut einer Exklusivumfrage von Horizont Online rechnet fast jeder zweite Deutsche im Bundestagswahlkampf mit Fake News. Dazu haben mit großer Sicherheit die US-Wahlen beigetragen. Denn im Wahlkampf verbreiteten sich Fake-News bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken immer weiter, häufig zugunsten von Donald Drumpf. Facebook war dadurch massiv unter Druck geraten.
Jetzt testet Facebook in den USA eine neue Methode, berichtet die Schleswig Holsteiner Zeitung: Unabhängige Faktenchecker prüfen Meldungen auf ihre Richtigkeit. Sobald diese in Frage gestellt wird, kann der Beitrag mit einem roten Warndreieck als „umstritten“ markiert werden. Stufen zwei Personen den Beitrag als „umstritten“ ein, wird er mit dem roten Warndreieck und den involvierten Faktencheckern markiert.

Haken an der Sache: Es kann mehrere Tage dauern, bis eine Meldung als „umstritten“ eingestuft wird. Und selbst dann kann er weiter geteilt werden.
Außerdem stellt sich die Frage: Wer sind die Faktenchecker? Erkennen sie die Fake News auch? Und können sie zwischen Fake News und Satire unterscheiden?
Tick, Tack, Tick, Tack: Jetzt läuft der Countdown bei uns! Heute in exakt 199 Tagen finden die Bundestagswahlen statt.

Die Zeit läuft … auf bundestagswahl-2017.com

Die Exklusivumfrage von Horizont Online zeigt, dass fast jeder zweite Deutsche im Bundestagswahlkampf mit Fake News rechnet.
„Die öffentliche Debatte um Fake News, die mit dem Ziel verbreitet werden, Kandidaten zu diskreditieren und den Wahlausgang zu beeinflussen, hat viele Deutsche alarmiert. Satte 44 Prozent der Befragten rechnen damit, dass Falschmeldungen im Bundestagswahlkampf eine entscheidende Rolle spielen werden“, schreibt Marco Saal auf Horizont-Online.

Dabei spielen Social Media-Kanäle bei der politischen Meinungsbildung nur eine untergeordnete Rolle, belegt die Exklusivumfrage. Gerade mal 9 Prozent der Befragten nutzen die Kanäle zu diesem Zweck. Die relevantesten Politik-Informationsquellen der Deutschen ist das Fernsehen:

24 Prozent der Befragten geben an, sich im TV über politische Themen zu informieren.

Spannend ist, wie sich die 24 Prozent zusammensetzen: Über-50-Jährige informieren sich vor allem bei der „Tagesschau“, dem „heute Journal“ und bei „Maischberger“. Je jünger das Publikum wird, desto geringer wird auch das Interesse am Fernsehen. Bei den 30- bis 49-Jährigen informieren sich noch 20 Prozent über die Flimmerkiste, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar nur noch 12 Prozent.

Die 18- bis 29-Jährigen ziehen ihre Informationen viel mehr aus dem Web.

Besonders Webseiten von Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsendern liegen hoch im Trend. Und diese Welle schwappt anscheinend auch langsam auf die 30-49-Jährigen über, denn 29 Prozent von ihnen informieren sich Online über politische Themen.

Klassische Medien liegen hier hoch im Kurs, besonders das Fernsehen, dicht gefolgt von den Webseiten klassischer Medien und Printmedien (Quelle: Exklusivumfrage zur Bundestagswahl von Horizont Online)

Für Printmedien wird es laut der Exklusivumfrage von Horizont Online noch schwieriger, junges Publikum zu erreichen. Gerade mal 7 Prozent (der 18- bis 29-Jährigen) beziehen ihre Informationen über Politik aus Tageszeitungen und Magazinen. Auf alle Altersgruppen gesehen, ändert sich das Ergebnis deutlich. 22 Prozent der Befragten ziehen ihre Informationen zu politischen Themen über Printmedien.

Im Auftrag von Horizont Online hat Forsa die repräsentative Umfrage am 22. und 23. Februar durchgeführt und in insgesamt 510 Privathaushalten lebende deutschsprachige Personen ab 18 Jahren befragt.

Tick, Tack, Tick, Tack – noch sind es 199 Tage bis zu den Bundestagswahlen. 199 Tage in denen wir uns anschauen können, wie der „umstrittenen“ Button in den USA aufgenommen wird. 199 Tage, um uns zu informieren und Wachsam gegenüber gezielten Fake News zu sein. Gar nicht so einfach. Sabine Adler von Deutschlandfunk Online vergleicht die Faktenchecks mit einem Hase-und-Igel-Wettlauf:

„Neben Wachsamkeit gegenüber gezielten Fake News hilft nur Aufklärung, ist man sich in Berlin einig. Doch Faktenchecks, die Entlarvung von Lügen kommt einem Hase-und-Igel-Wettlauf gleich. Auf dem EU-Gipfel im März 2015 wurde eine Arbeitergruppe beschlossen, die seit September vergangenen Jahres Falschmeldungen von Russland sammelt und widerlegt. Wöchentlich gibt diese Taskforce eine „Disinformation Review“ in 18 Sprachen heraus. Bislang hat sie sich über 2.500 russische Falschmeldungen vorgenommen“, so Sabine Adler in ihrem Artikel „Angst vor Fake News, Lügen und Verleumdungen“ auf Deutschlandfunk Online.

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About the Author

Stefanie Reichmann
Stefanie Reichmann Stefanie Reichmann hat in Mainz Germanistik, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte studiert. Nach verschiedenen Zeitungspraktika arbeitete sie als studentische Aushilfe beim ZDF. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Reporterin und Redakteurin für Hit Radio FFH folgte 2015 der Schritt in die PR-Branche. Bei impact ist Steffi PR-Beraterin und betreut Kunden aus der Dienstleistungs- und Lifestyle-/FMCG-Branche.

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