13. Januar 2017 Kim Remter

Virtual Reality – The Next Big Thing

Chancen und Herausforderungen für Marketing und PR

Mittwoch der 11. Januar 2017 – ein denkwürdiger Tag für alle Hamburger, denn nach knapp zehn Jahren hat die Elbphilharmonie endlich ihre Tore geöffnet und die ganze Welt schaut auf das neue Wahrzeichen unserer Stadt. Doch wie es ein Event der Superlative so an sich hat, sind die Karten dafür schon Monate im Voraus ausverkauft gewesen. Wer trotzdem hautnah dabei sein wollte, hatte Glück, denn seit einiger Zeit arbeitet die Elbphilharmonie mit Google zusammen. So wurde das Eröffnungskonzert nicht nur live auf YouTube übertragen, sondern mithilfe einer Google Cardboard (eine Halterung aus Pappe, die aus Smartphones eine VR-Brille macht) zu einem Virtual-Reality-Erlebnis.

Virtual Reality ist eines der vielen Buzzwords in diesem Jahr. Dem neuen Medium, das aktuell noch in den Kinderschuhen steckt, wird eine große Zukunft prophezeit. Bislang sind richtige VR-Brillen (nicht solche aus Pappe) noch mehr oder minder in der Beta-Phase und nicht für die breite Masse erschwinglich, doch das wird sich nach Ansicht vieler Experten in den nächsten Jahren maßgeblich ändern. Man munkelt beispielsweise, dass Apple im Herbst ein VR-Produkt präsentiert, von dem man hofft, dass es ähnlich innovativ sein wird wie einst das erste iPhone, das seinerzeit die digitale Welt revolutioniert hat.

Doch was bedeutet dieses neue Medium für Marketing und PR? Welche Möglichkeiten werden dadurch eröffnet? Welche ethischen Grenzen gibt es und wie intensiv ist die Wirkung im Vergleich zu anderen Medien? Im ersten Schritt haben die Marketer bisher bekannte Konzepte in die VR-Welt übertragen. So hat beispielsweise Mercedes Benz für ihre Kunden eine virtuelle Rundfahrt als Beifahrer eines bekannten Rennwagenfahrers inszeniert. Letztendlich handelte es sich dabei aber eher um ein gut gemachtes 3D-Video als um ein Virtual-Reality-Erlebnis. Das Entscheidende bei Virtual Reality ist die Immersion – das heißt, dem Nutzer die Möglichkeit zu geben, vollständig in eine Welt einzutauchen und sich selbstbestimmt darin zu bewegen. Coca Cola ging bereits einen Schritt weiter in diese Richtung und veranstaltete zur Fußball WM in Brasilien ein VR-Event, bei dem man sich auch ohne Eintrittskarte virtuell im Stadion bewegen konnte.
Ein weiteres Beispiel liefert Whiskeyhersteller Jim Beam. Das Unternehmen ermöglichte mit VR eine virtuelle Tour durch den Herstellungsprozess aus der Perspektive des Whiskeys.

Diese Beispiele zeigen, dass die VR-Technologie ganz neue Welten eröffnet und wir mit der Zeit erst lernen müssen, nach welchen Regeln dieses neue Medium funktioniert und welche Art von Konzepten dafür notwendig ist. Marken-Erlebnisse und -Events zu gestalten und darüber zu berichten, ist ein bekanntes Tool, doch mit einer ausgereiften VR-Technik wird es irgendwann möglich sein, Erlebnisse dieser Art nicht nur für ausgewählte Personen, sondern für jedermann zugänglich zu machen. Nur wie weit sollte man gehen, damit ein solches Erlebnis trotzdem etwas Besonderes bleibt? Eine von vielen Fragen, die sich hinsichtlich der neuen Möglichkeiten von VR stellen wird. Die Konzeption eines Virtual-Reality-Events wird dabei die Kosten und den Aufwand eines Werbefilms weit übersteigen, schließlich muss alles bis ins kleinste Detail durchdacht sein, um eine wirklich authentische Illusion mit Interaktionsspielraum zu kreieren. Es wird noch einige Jahre dauern, bis die VR-Technologie soweit ist und auch den Massenmarkt erreicht. Fest steht jedoch, dass Virtual Reality „The Next Big Thing“ ist und die Medienlandschaft mindestens genau so sehr prägen wird wie Smartphones und Social Media.

About the Author

Kim Remter
Kim Remter Kim Remter studierte Kultur der Metropole an der HafenCity Universität in Hamburg und besuchte anschließend die Journalistenschule der Bauer Media Group. Nach Beendigung ihrer Ausbildung als Redakteurin wechselte sie die Seiten. Bei impact berät Kim Kunden aus dem Food und FMCG-Bereich.

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