23. November 2016 Stefanie Reichmann

Share – don’t care

Bitte jetzt teilen

Um diesen Beitrag zu schreiben, habe ich etwas getan, was nur eine Minderheit unserer Gesellschaft tut. Nein, ich bin nicht von einer Klippe gesprungen und nein, ich habe auch keine Raupen gegessen. Ich habe einfach verschiedene Artikel gelesen und zwar vom ersten bis zum letzten Buchstaben und das ohne die Artikel zu teilen. Das macht doch die Mehrheit so, denken Sie?
Dann willkommen in der Zeit des modernen Informationskonsums.

Teilen heißt „nicht lesen“

Sechs von zehn Lesern teilen einen Artikel ohne ihn überhaupt gelesen zu haben, das belegt eine Studie der Columbia Universität in Zusammenarbeit mit dem französischen Microsoft Research – Inria Joint Centre.
Die Forscher der Columbia Universität haben die Teiler und Nichtleser überführt. Über 30 Tage haben sie insgesamt über 2,8 Millionen Tweets zu 59.000 Inhalten (von der BBC, der Huffington Post, CNN, der New York Times und Fox produziert) ausgewertet, Bericht in der Washington Post.

Das Ergebnis: 59 Prozent aller Links, die geteilt wurden, hatten gar keine Klicks – nicht mal von den Absendern.

Dass die User häufig nur den Text überfliegen oder 1:1 das hinnehmen, was in dem Artikel als bare Münze verkauft wird ist weitgehend bekannt und wird in unserem Blogbeitrag Es ist ein schmaler Grat zwischen Fehlinformation, Desinformation- und fehlender Information. Drum prüfe, was du teilst!-gerade im postfaktischen Zeitalter! unter die Lupe genommen. Aber anscheinend geht es gar nicht mehr um die Inhalte sondern lediglich darum, etwas zu teilen. Unter seinen Freunden der erste sein, der die Neuigkeit sieht und teilt, und dafür fette Likes abkassieren. Denn wer viele interessante Inhalte – oder sagen wir Überschriften – teilt, der wird oder besser wirkt interessant für andere User.

facebook_teilenQuelle: Facebook

„Menschen neigen dazu, Artikel direkt zu teilen anstatt sie vorher zu lesen. Dies ist zu einer typischen Form des modernen Informationskonsums geworden“ wird Arnold Legou, einer der Co-Autoren der Studie auf t3n.de zitiert. „Menschen bilden sich eine Meinung anhand von Zusammenfassungen, ohne sich die Mühe zu machen, tiefer in das Thema einzusteigen.“

Das Satire-Magazin Science Post hat sich aus den Ergebnissen der Studie einen Spaß gemacht und gezeigt, was das in der Realität bedeutet. Der Artikel „Study: 70 % of Facebook unsers only read the headline of science stories before commenting“ hat bei seinen Lesern wohl für Verwirrung gesorgt. Also bei denen, die den Artikel auch wirklich gelesen haben. Denn nach ein paar Einleitungssätzen bestand der Artikel nur aus Blindtext. Das ist einigen Usern aber nicht mal aufgefallen, fleißig wurde geteilt und kommentiert.

http___www-loremipsum-de_Quelle: www.loremipsum.de

Persönliche Leseempfehlungen haben eine größere Bedeutung als der Tweet der originalen Nachrichtenquelle, wird Augustin Chaintreau, Professor des Data Science Institute und Columbia Engineering auf onlinemarketing.de zitiert:

„Readers know best what their followers want. In the future, they will have more and more say about what’s newsworthy.“

In diesem Sinne

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Herzlichen Glückwunsch! Sie gehören zu den 40 Prozent, für die Inhalt noch zählt.

Ende des Blogbeitrags: BITTE TEILEN!

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About the Author

Stefanie Reichmann
Stefanie Reichmann Stefanie Reichmann hat in Mainz Germanistik, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte studiert. Nach verschiedenen Zeitungspraktika arbeitete sie als studentische Aushilfe beim ZDF. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Reporterin und Redakteurin für Hit Radio FFH folgte 2015 der Schritt in die PR-Branche. Bei impact ist Steffi PR-Beraterin und betreut Kunden aus der Dienstleistungs- und Lifestyle-/FMCG-Branche.

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