9. Juni 2016 Katharina Stoll

Wer wird Europameister der Herzen?

Wir suchen den Social Media Meister 2016

[Ein Beitrag von Joel Kunz und Katharina Stoll aus dem impact-Digital-Team.]

Heute stellen wir uns die Frage: Wer wird eigentlich Europameister? Aber keine Sorge, wir nutzen weder Krake Paul noch irgendwelche krassen Algorithmen – sondern verwenden Facebook für ein (nicht ganz ernst gemeintes) Orakel … Dabei prüfen wir relevante Kriterien vor Turnierbeginn und messen dann nochmals am Ende des Turniers nach. Wenn in Paris der sportliche Gewinner der Europameisterschaft geehrt wird, werden wir im Juli den Europameister der Facebook-Herzen verkünden.

Um die beliebteste Mannschaft bei der EM zu ermitteln, betrachten wir die Facebook-Pages der 24 Teams und vergleichen die wichtigsten Werte. Dazu zählen für uns die Fanzahl, das Engagement der Fans und der Werbewert der jeweiligen Seiten.

Bevor wir loslegen: Nicht für alle Nationalmannschaften gibt es gleichwertige Profile.  Das türkische Team ist nicht offiziell auf Facebook vertreten und taucht daher in unserem Ranking nicht auf. Einige der kleineren Kandidaten posten Beiträge zur Nationalmannschaft auf der Facebook-Seite des jeweiligen Fußballverbands – wie zum Beispiel Wales. In diesen Fällen haben wir die Verbandspages mit in unseren Vergleich aufgenommen.

Fanzahl

Will man den grundsätzlichen Erfolg einer Facebook-Seite messen, schaut man zuerst auf die Fanzahl. Dieses Teilnehmerfeld wir mit deutlichem Abstand von England angeführt: 6,4 Millionen Fans folgen dem Team von der Insel. Auf dem Platz gelten sie als Geheimfavorit, im sozialen Netzwerk Nummer 1 liegen sie dagegen schon jetzt weit vorn. Hinter den Engländern reihen sich die Gastgeber aus Frankreich mit 4,7 Mio. Fans ein. Ihnen auf den Fersen sind die Italiener mit 4,2 Mio. Fans. Deutschland schafft es in dieser Rangliste mit 2,3 Mio. Fans nur auf den fünften Platz. Das Schlusslicht bildet Island mit knapp 30.000 Facebook-Fans. Gemessen an der Einwohnerzahl (332.000 Einwohner) ist dieser Wert aber trotzdem beeindruckend.

  1. England
  2. Frankreich
  3. Italien
  4. Spanien
  5. Deutschland

Engagement

Als nächstes betrachten wir den Engagement-Wert der Facebook-Seiten der EM-Teilnehmer. Dieser beschreibt die Interaktion der Fans mit der Seite – also können wir erkennen, wie aktiv sich die Fans mit der Seite der jeweiligen Mannschaft auseinandersetzen und deren Beiträge verbreiten. Das Top 3-Ranking dieser Kategorie sieht ganz anders aus als bei der Fanzahl: Den höchsten Engagement-Wert hat die Mannschaft aus Nordirland mit 8,1 Prozent – die Fans der Nordiren identifizieren sich mit ihrem Team und sind besonders aktiv. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Polen mit 6,1 Prozent und Rumänien mit 6,0 Prozent. Deutschland liegt mit 1,2 Prozent abgeschlagen im unteren Drittel des Teilnehmerfeldes, was einem Ausscheiden in der Vorrunde entspricht. Wir hoffen, dass es in Frankreich sportlich besser läuft und dann auch der Engagement-Wert steigt!

  1. Nordirland
  2. Polen
  3. Rumänien
  4. Slowakei
  5. Portugal

Werbewert

Aus Sicht der Sponsoren ist noch der Werbewert der Facebook-Seiten interessant. Diesen Betrag ermittelt unser Tool Fanpage Karma mit Hilfe der Postreichweite und einem Durchschnittspreis für Online-Werbung – abhängig vom gewählten Zeitraum. Kein Wunder also, dass England in diesem Bereich ebenfalls die Nase vorn hat: 770.000 Euro hätten für klassische Online-Werbung ausgegeben werden müssen, um genauso viele Menschen zu erreichen wie mit den Facebook-Beiträgen auf der Seite der Engländer. Der Werbewert der Franzosen beträgt 637.000 Euro und bringt sie auf den zweiten Platz. Durch ihren guten Engagement-Wert (2,9 Prozent) schaffen es die Portugiesen mit einem Wert von 532.000 Euro in die Spitzengruppe. Das DFB-Team hat mit seiner Facebook-Seite den vierthöchsten Werbewert in Höhe von 328.000 Euro und erreicht sozusagen knapp das Halbfinale.

  1. England
  2. Frankreich
  3. Portugal
  4. Deutschland
  5. Italien

Woher kommen die Fans?

Mit Hilfe von Fanpage Karma lässt sich auch ein Blick hinter die Kulissen werfen: Wo kommen die Facebook-Fans der Nationalmannschaften eigentlich her? Generell lässt sich sagen, dass Seiten mit weniger Fans vor allem in ihrem „Heimatland“ beliebt sind, wie die Ukraine mit 73% ukrainischen Followern. Größere Fanpages haben meistens ein internationaleres Publikum, wie zum Beispiel Italien mit 70% internationalen Fans. Ausnahmen sind Seiten, die keine englischen Beiträge schreiben – wie zum Beispiel die deutsche Nationalmannschaft. Deswegen überrascht es auch nicht, dass die Fans unserer Elf zu satten 98% aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen.

Französische Fußball-Facebook-Fans stammen nicht nur aus unserem Nachbarland Frankreich, sondern auch aus ehemaligen Kolonien, nämlich aus Algerien, Marokko, Tunesien und der Elfenbeinküste. Die gemeinsame Sprache und die Tatsache, dass viele französische Nationalspieler ihre Wurzel in diesen Ländern haben, vereinen die Fans auf Facebook.

Zum Schluss noch zwei überraschende Erkenntnisse: Die Schweizer Seite wird fast zu gleichen Teilen von Schweizern (31%) und Ägyptern (30%) geliked. Hier scheinen ägyptische Spieler wie Mohamed Salah und Mohamed Elneny, die im Schweizer Cup spielen oder gespielt haben, einen großen Einfluss in ihrem Heimatland zu haben. Einige Nationalmannschaften, wie zum Beispiel die englische, erstaunen mit großen Followerzahlen in unerwarteten Ländern wie Indonesien (377941) oder Thailand (261544), deren Treue finanziell beeinflusst unerwartet scheint.

Wie geht es weiter?

Jetzt stellen wir schon mal das Bier kalt und freuen uns auf die Europameisterschaft in Frankreich. Während des Turniers werden wir auch ein Auge auf das Wachstum der Seiten werfen und dann nach dem Abpfiff des Finales in Paris unsere Erkenntnisse an dieser Stelle veröffentlichen. Wir drücken unserer deutschen Nationalelf die Daumen – auf dem Rasen und online.

About the Author

Katharina Stoll
Katharina Stoll Katharina Stoll studierte Germanistik und English Studies an der Goethe-Universität Frankfurt. Während des Studiums sammelte sie mehrjährige PR-Erfahrung in der Spielwarenbranche und entdeckte die Welt der Kommunikation für sich. Seit 2015 unterstützt sie das Team von impact im Online- und Social-Media-Bereich.

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