28. April 2016 Kim Remter

Neues von der Snapchat Front

Eine App auf dem Vormarsch

Vor zwei Jahren hörte ich das erste Mal von Snapchat. snapchatEine Freundin hatte die App für sich entdeckt und wollte mich ebenfalls dafür begeistern. Ich lud sie also auf mein Smartphone und startete einen Testlauf. Doch so richtig warm wurde ich damit nicht. Wo ist da der Mehrwert, fragte ich mich. Fotos und Videos kann ich schließlich auch auf anderen Kanälen versenden, wo sie sich nicht nach kurzer Zeit einfach in Luft auflösen. Zugegeben, ich habe mich damals auch nicht wirklich intensiv mit dieser sogenannten Ephemeral-Media-App befasst und nutze sie auch heute nach wie vor nicht, weil ich privat keinen weiteren Kanal brauche, der Zeit frisst. Dennoch hat sich meine Sichtweise auf Snapchat geändert. Damals dachte ich, es würde sich um eine Spielerei handeln, die nach kurzer Zeit wieder im unendlichen Kosmos der digitalen Welt verpufft. Tja, Fehlanzeige. Snapchat hat sich inzwischen im Social Web etabliert und ist auf dem Vormarsch. Auch hier auf dem Blog haben wir bereits darüber berichtet.

Was hat sich in den letzten Monaten getan?
Die Antwort lautet: einiges! Einer Analyse der US-Investmentbank Piper Jaffray zufolge, ist Snapchat bei Jugendlichen in den USA inzwischen beliebter als Instagram. Vergangenen Herbst gaben noch 33 Prozent der 65.000 befragten Teenager an, dass Instagram ihr wichtigstes Soziales Netzwerk sei. Bei der letzten Befragung dieses Frühjahr waren es nur noch 27 Prozent. Der Abstieg von Instagram läuft dabei parallel zum Aufstieg von Snapchat. Von 19 Prozent stieg der Status als wichtigste Social-Media-App in den letzten Monaten auf 28 Prozent und liegt somit vor Instagram. Diese Tendenz ist aber nicht nur in den USA, sondern auch bei den deutschen Nutzern erkennbar. Über fünf Millionen Mal wurde die App im vergangenen Jahr bei uns heruntergeladen und rangiert damit in den Downloadcharts noch vor Facebook, Twitter und Instagram.

Lohnt es sich für Unternehmen, Snapchat zu nutzen?
Auf jeden Fall. Ob sich die Content-Verbreitung über Snapchat rentiert, hängt allerdings stark von der Zielgruppe ab. Daher ist es ratsam, nicht einfach auf den Snapchat-Zug aufzuspringen, sondern zunächst genau zu analysieren, wie die Mediennutzung der Kundengruppe aussieht, die angesprochen werden soll. Wer das bislang noch nicht getan hat, sollte es schleunigst nachholen, denn Snapchat ist dieses Jahr endgültig im Mainstream angekommen. So kommt es auch, dass immer mehr Unternehmen, Online-Markter und selbsternannte Snapchat-Berater herumexperimentieren, wie die App am besten zu nutzen ist. Auf der diesjährigen „re:publica“-Konferenz in Berlin widmet sich beispielsweise eine ganze Reihe an Vorträge diesem Thema. In Deutschland gibt es bislang nur wenige Unternehmen, die Snapchat für ihre Zwecke nutzen. Doch bei dem anhaltenden Hype, dürfte sich das schon bald ändern.

Wie lässt sich Snapchat monitorisieren?
An dieser Stelle kommen wir zu einem Problem oder besser gesagt einer Herausforderung, die sich zwangsläufig stellt, wenn man Snapchat nicht nur privat, sondern auch für Marketing- und PR-Zwecke nutzen will: Wie monitorisiere ich den Content? Bisher lautet die Antwort darauf schlicht: gar nicht. Denn es ist so, bei Snapchat werden weder genaue Follower-Zahlen noch Likes oder Shares angezeigt, an denen man die Beliebtheit und Reichweite eines Beitrags festmachen könnte. Hinzu kommt natürlich die Tatsache, dass die Snaps nach maximal 24 Stunden wieder verschwinden und nicht wie andere Artikel jederzeit für eine Projekt-Dokumentation „geclippt“ werden können. Eine richtige Lösung dafür gibt es bislang scheinbar nicht. Doch ist es auch gerade dieser nicht vorhandene Leistungsdruck, der sonst durch Likes und die Dauerhaftigkeit von Posts im Social Web entsteht, der Snapchat ausmacht. Frei nach dem Motto: Es lebe der Moment! Doch Snapchat CEO Evan Spiegel hat bereits angekündigt, die Targeting- und Monitoring-Optionen der App auszuweiten. Wir sind gespannt.

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About the Author

Kim Remter
Kim Remter Kim Remter studierte Kultur der Metropole an der HafenCity Universität in Hamburg und besuchte anschließend die Journalistenschule der Bauer Media Group. Nach Beendigung ihrer Ausbildung als Redakteurin wechselte sie die Seiten. Bei impact berät Kim Kunden aus dem Food und FMCG-Bereich.

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