29. März 2016 Alexandra Tschacher

Selbstoptimierung per App

Warum können wir nicht einfach so sein, wie wir sind?

Schritte: 12.532
Zurückgelegte Stockwerke: 12
Gejoggte Kilometer: 3,8
Laune: 7 von 10 Punkten
Gelesene Seiten: 33
Energiebilanz des Mittagsessens: 538 Kilokalorien

Fitbit

Selbstoptimierung per App?

So oder so ähnlich könnte die Tagesbilanz eines Self-Trackers aussehen, der jede Menge Daten über sich und seinen Lebensalltag sammelt. Viele Self-Tracking Anhänger führen öffentlich über einen Blog, Facebook oder Twitter Protokoll über ihr Leben, um es gesünder, strukturierter und somit optimaler zu gestalten.

Mit jeder Menge Gadgets lassen sich nicht nur die Heizung oder die Jalousien in der Wohnung überwachen, sondern auch der Mensch selbst. Wearable-Technology, also Geräte, die am Körper getragen werden und Daten über unser Verhalten und unseren Gesundheitszustand sammeln, werden mittlerweile von vielen Unternehmen angeboten und waren auf der ISPO gerade wieder überall zu sehen. Die Daten werden via Apps an unser Smartphone und von da aus ins Social Web übertragen. Mehr als 350.000 dieser Apps aus den Bereichen Gesundheit, Fitness und Medizin sollen uns dabei helfen, jeden Tag noch präziser zu erfassen und immer effektiver zu werden. Nike+, Runtastic, Freeletics, Fitbit oder Sleep Better – egal ob Bewegung, Ernährung oder Schlaf, es gibt für alles eine passende App. Das kann helfen, auf sich selbst zu achten. Ob man diese Daten allerdings so freiwillig teilen sollte, ist eine andere Sache.

Sleep Better App

Besser schlafen dank App?

Dass unsere Gesundheitsdaten nicht nur für Sportartikelhersteller von Interesse sind, dürfte klar sein. Unter dem Vorwand von Prämien und Zuschüssen kommen immer mehr Apps von Krankenkassen auf unsere Smartphones. Die Ankündigung des Versicherers Generali, gesunden Lebensstil und regelmäßige Besuche im Fitness-Studio belohnen zu wollen, sorgte für Aufsehen. Und auch die AOK und andere Krankenkassen bieten verschiedene Apps, die beim gesunden Leben unterstützen sollen. Was wirklich mit den Daten geschieht, weiß niemand so genau. Günstigere Tarife, passgenaue Medikamente und attraktive Kursangebote locken uns jetzt, später werden es dann individuelle Programme und Lösungen für unsere Krankheiten sein. Oder angepasste Kosten – der gläserne Kunde wird immer zur Realität und treibt das auch noch selbst mit voran.

Stellt sich die Frage, ob das eigentlich alles notwendig ist. Klar, sich gut zu fühlen und daran zu arbeiten, ist grundsätzlich eine gute Sache. Aber reicht nicht schon der tägliche Druck der Medien, immerzu perfekt aussehen zu müssen? So gut Bewegung, gesundes Essen und ausreichend Schlaf sind – gelegentlich ein Wochenende auf dem Sofa mit der Lieblingsserie und einer großen Pizza zu verbringen, macht mit Sicherheit genauso glücklich. Aber das muss man ja dann nicht erfassen.

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About the Author

Alexandra Tschacher
Alexandra Tschacher Alexandra Tschacher studierte Kommunikationswissenschaft, Politik und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Nach mehrjähriger Tätigkeit in verschiedenen Netzwerkagenturen und als Head of PR im Bereich Pay-TV ist sie seit 2010 bei impact Agentur für Kommunikation GmbH als PR-Beraterin tätig und dort Ansprechpartnerin für Kunden aus den Bereichen Food und Lifestyle.

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