5. November 2015 Mieke Meimbresse

Nah, näher, am nächsten – Lokale Webseiten liegen voll im Trend

Regionale News-Plattformen bieten Potential für die PR
Dorf

86 Prozent der Leser wollen Berichte aus ihrem Ort und ihrer Umgebung (Bildquelle: Achim Lammerts via flickr (CC BY SA-2.0)).

Themen, die die Welt bewegen. Täglich sind Zeitungen, Magazine und das World Wide Web voll damit. Keine Frage, die Artikel werden auch gelesen. Aber in erster Linie interessieren sich Mediennutzer dafür, was in ihrem Ort und ihrer Umgebung passiert, wie eine Allensbach-Umfrage herausgefunden hat. Nicht nur die Zeitungshäuser rüsten deshalb ihre Lokalredaktionen auf und machen sie fit für den digitalen Lokaljournalismus. Auch immer mehr regionale Webseiten mit einem Newsservice schießen aus dem Boden, die aus PR-Sicht viele Chancen bieten.

Mitte 2013 hat der Journalist Michael Schmatloch seinen eigenen Online-Dienst gestartet, www.ingolstadt-today.de. In der Multimedia-Zeitung für Smartphone, PC und Tablet erscheinen täglich rund 20 bis 30 lokale Meldungen. Innerhalb von zwei Jahren habe man die Zugriffe auf eine Millionen Visits pro Monat steigern können, sagte der Plattform-Gründer im Interview mit der Zeitschrift W&V (NR 41. /Oktober 2015). Neben Artikeln, gibt es auf der Newsseite auch Audio- und Videobeiträge. Leser können unter die einzelnen Beiträge direkt Feedback geben. So ist der User nicht nur nah dran, an Themen, die ihn in seiner Heimatstadt betreffen, sondern kann auch selbst in die Diskussion mit eintreten.

Multimeldiale Zeitung

Ingolstadt-today ist eine multimediale Zeiting für den Raum Ingolstadt.

Lokale Webseiten sorgen für ein hohes Maß an Identifikation

Themen, die nah am Bürger sind, am besten noch geschrieben von Leuten, die ebenfalls aus demselben Ort, derselben Stadt, demselben Viertel kommen. Das schafft Identifikation und Nähe. Eine Seite von Südstädtern für Südstädter ist die Website „Meine Südstadt“, ein Lokalportal für den Kölner Süden.

Bereits vor fünf Jahren gingen die Macher damit an den Start. Weil eine Infozentrale fürs Viertel fehlte, wie auf der Website nachzulesen ist. Wann das nächste Konzert oder der nächste Flohmarkt stattfindet, wie es mit dem U-Bahn-Bau weitergeht, all das habe man sich immer mühsam zusammensuchen müssen. Auf der Plattform finden sich gebündelt neben News aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport und Kultur – alles mit lokalem Bezug natürlich – auch Buch- und Veranstaltungstipps. Ein gut geschnürtes Informations-Rundumpaket. Rund 3.500 Leser erreiche man damit täglich, heißt es auf der Website. Das birgt natürlich auch Werbepotenzial. „Meine Südstadt“ bietet unter anderem Partnerschaftsprogramme an, die etwa ein Portrait des Unternehmens auf der Website, Bannerwerbung sowie die Platzierung von Terminen und Aktionen beinhalten.

Lokale Website aus Köln

Meine Südstadt bietet News aus dem Kölner Stadtteil.

Vor-der-Haustür-Prinzip: Themen müssen den User direkt betreffen

Lokale Websites liegen voll im Trend und es ist noch viel Luft nach oben, etwa wenn sich gezielt Vermarkter der Sache annehmen. Studien über das Nutzerverhalten belegen die Entwicklung mit Zahlen: 86 Prozent der Leser bevorzugen laut Allensbach-Umfrage lokale Berichte aus dem Ort und der Umgebung. Sprich, sie wollen wissen, was vor ihrer Haustür vor sich geht. Zum Vergleich: bundesweite Themen liegen bei 68 Prozent. Was bedeutet diese Entwicklung für die PR? Regionale Plattformen sind ein wichtiger Kanal, um die User zu erreichen. Hier bieten sich neue Möglichkeiten für Platzierungen. Allerdings bestimmt auch hier der Content, ob eine Nachricht ins Netz gestellt wird oder nicht. Die Themen müssen von regionaler Bedeutung sein, die User unmittelbar betreffen oder ihnen einen echten Mehrwert bieten. Plattitüden werden abgestraft. Die Plattformen sind speziell auf die Bedürfnisse der Leser ausgerichtet, deshalb bestimmt dieser auch maßgeblich, ob ein Thema floppt oder nicht. Durch die Unmittelbarkeit der Kommunikation kann sofort ein Kommentar unter den entsprechenden Bericht gesetzt werden.

Die Themen regional auszurichten, nach lokalen Anknüpfungspunkten zu suchen und ihnen am besten noch ein Gesicht zu geben, all das ist PR-technisch wichtig, um auf lokalen Websites präsent sein zu können. Doch die Anstrengungen lohnen sich. Hat man es geschafft, kann man sicher sein, dass man ganz dicht dran ist, an denjenigen, die man mit seiner Geschichte und Botschaft erreichen möchte.


Bild: Göcklingen 2013 von Achim Lammerts via flickr (CC BY-SA 2.0)

Getagged mit , ,

About the Author

Mieke Meimbresse
Mieke Meimbresse Mieke Meimbresse studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Nach einem Zeitungs-Volontariat und mehrjähriger Tätigkeit als Redakteurin bei einer Lokalzeitung wechselte sie die Seiten und ist nun bei impact als PR-Beraterin tätig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.