8. September 2014 Stefan Watzinger

Facebook verbietet das Fangate

...und was dies für uns als Seitenbetreiber bedeutet
Ab sofort verboten: Das Fan-Gate

Ab sofort verboten: Das Fan-Gate

Seit rund einem Monat steht fest, dass Facebook im Zuge von Veränderungen der Plattform-Richtlinien zum 5. November 2014 die so genannten „Fangates“ verbieten wird. Von diesem Zeitpunkt an können Facebook-User nicht mehr dazu gezwungen werden, eine Seite zu liken bevor sie an einem Gewinnspiel oder dergleichen teilnehmen können.

Für die Seitenbetreiber fällt so eine der simpelsten Möglichkeiten weg, neue Fans zu generieren. Der Umbruch ist drastisch – rund 80% der Seitenbetreiber setzen derzeit laut einer Studie von Agorapulse noch auf den „Likezwang“. 

Dies betrifft laut Facebook alle Seiten und Apps:

Facebook Platform Policy 4: Encourage proper use 4.5. Only incentivize a person to log into your app, like your app’s Page, enter a promotion on your app’s Page, or check-in at a place. Don’t incentivize other actions. Effective November 5th, 2014, you may no longer incentivize people to like your app’s Page.

Technisch stellt Facebook ein grundsätzliches Feature ab, um die Fangates aller Seitenbetreiber ein für alle Mal nutzlos zu machen: Apps können von einem Facebook-User nicht mehr auslesen, ob er bereits Fan einer Seite ist – oder nicht.

Aus Sicht von Facebook ist dieser Schritt logisch – zwingt man Seitenbetreiber doch immer stärker dazu, Fans organisch zu generieren. Oder wie Facebook selbst schreibt:

To ensure quality connections and help businesses reach the people who matter to them, we want people to like Pages because they want to connect and hear from the business, not because of artificial incentives

Im Zuge dessen wird ja z.B. auch das Like-Baiting (wir berichteten) „abgestraft“.

Aus unserer Sicht ist der Schritt richtig und stimmt mit unseren Prinzipien überein: Wir wollen keine „gekauften“ Fans. Vielmehr ist unser Hauptziel, für unsere Kunden eine organisch gewachsene, aktive Community zu schaffen. Denn nur diese „echten“ Fans sind tatsächlich relevant für das Unternehmen und interessieren sich für das Unternehmen oder die Produkte.

Für uns als Seitenbetreiber ändert der Wegfall des Fangates also nicht viel – relevanten, attraktiven und bedarfsgerechten Content entwickeln wir so oder so. Allerdings gilt es hier, Kunden mit auf die Reise zu nehmen und zu erklären, was die wirklich wichtigen Kennzahlen für den Erfolg einer Facebook-Seite sind. Denn: Nicht die rein quantitative Fanzahl entscheidet, sondern vielmehr die Qualität der Fan-Basis – sprich: Interagieren die Fans mit der Marke und setzen sie sich mit der Marke auseinander? Testen und kaufen Fans ein Produkt – und empfehlen dieses am Ende gar weiter? Oder anders gesagt:

100.000 Abgreifer-Fans bekommt jeder hin. Einfach ein paar iPads raushauen und fertig. Das Ergebnis hat dann allerdings nichts mit einer organisch gewachsenen, interessierten Community zu tun – vielmehr könnte man dann auch direkt 100.000 Fans bei eBay kaufen. Der kommunikative Effekt einer solchen Facebook-Seite ist gleich null.

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About the Author

Stefan Watzinger
Stefan Watzinger Stefan Watzinger studierte Biologie an der Universität Heidelberg und wagte nach seinem Diplom den Quereinstieg in die Bereiche Kommunikation und Marketing. Seit 2009 ist er als PR-Berater bei der impact Agentur für Kommunikation GmbH tätig. Als Senior-Berater leitet er dort die Bereiche Neugeschäft, Konzeption und Social Media.

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