Alles nur „geblaut“? Der Urheberrechts-Prozess Wackerbarth gegen die Stadt Bonn (Update)

Oder: Wie ein Möbelstück zum Präzedenzfall auch für Kommunikations-Konzepte werden könnte

Seit 1979 fotografiert der Künstler Horst Wackerbarth ganz unterschiedliche Menschen auf seinem roten Sofa – vom Tierschutz-Aktivisten samt Hahn bis zum Hürdenläufer. Aber auch Prominente wie Peter Ustinov oder Michail Gorbatschow haben bereits auf Wackerbarth’s Sofa Platz genommen und sich ablichten lassen. Über 700 Motive gibt es bereits und sogar ins Fernsehen hat es das Rote Sofa geschafft: Im Rahmen der „Rote-Couch-Geschichten“ auf ZDF, 3sat und Arte kam es auf mehrere Millionen Zuschauer.

Doch von Zufriedenheit aufgrund des Erfolgs kann keine Rede sein. Seit 2013 befindet sich Wackerbarth im Rechtsstreit mit der Stadt Bonn. Sein Vorwurf: Die Stadtwerke Bonn hätten sein Markenzeichen – zwar nicht als rotes sondern als blaues Sofa – in einer Plakatkampagne eingesetzt und damit das Urheberrecht verletzt. Betrachtet man die Plakatmotive der Stadtwerke und stellt diese gegen Motive aus der Red-Couch-Serie, wird relativ schnell deutlich, was gemeint ist:

Wackerbarth versus Plakatmotiv - Bildquelle: Facebook-Page "The Red Couch"

Wackerbarth versus Plakatmotiv – Bildquelle: Facebook-Page „The Red Couch“

In erster Instanz hatte das Landgericht den Vorwürfen entsprochen und die Stadt Bonn zu Schadenersatz verdonnert. Grund: Verstoß gegen das Urheberrecht. Doch die Stadt Bonn hat gegen dieses Urteil des Landgerichts Berufung eingelegt, sodass es am Freitag (12.09.2014) um 10.15 Uhr vor dem Oberlandesgericht Köln zu einer erneuten Verhandlung kommen wird.

Besonders spannend an diesem Prozess ist eine Frage, die auch uns als Kommunikationsagentur bewegt: Ist ein Konzept bzw. eine Idee bereits im Sinne des Urheberrechts (z.B. als geistiges Eigentum) schützenswert – oder eben nicht?

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Neue Herausforderungen in der Kommunikation mit Kids und Jugendlichen in einer digitalen Welt

Kommunikation in einer Zeit, in der 98% der Kids ab 12 online sind - und 85% der Jugendlichen ab 16 Soziale Netzwerke nutzen
Kleiner iPhone-Zocker - Bild: clarkmaxwell via Flickr - CC BY-NC-ND 2.0

Kleiner iPhone-Zocker – Bild: clarkmaxwell via Flickr – CC BY-NC-ND 2.0

Ein Blick morgens in der S-Bahn verrät sehr viel über unsere heutige Gesellschaft. Die meisten Menschen sind mit ihrem Smartphone beschäftigt, die Kopfhörer im Ohr und abgeschottet von der Welt. Doch nicht nur Erwachsene widmen sich morgens Tablet, Smartphone & Co., sondern auch schon die Kleinen unter uns. Kleinkinder können spielend schon das Smartphone der Eltern bedienen. Spielerisch lernen sie mit den neuen mobilen Geräten umzugehen. Ihre Augen strahlen und ihre Hände greifen gezielt danach. Digital Natives ist das geflügelte Fachwort: Sie wachsen mit den neuesten elektronischen Geräten auf, erlernen diese im Handumdrehen und werden mit dem Internet groß. Die Auswirkungen dieses Trends auf PR und Kommunikation sind gravierend.

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impact #Appgefahren: Mit TV SMILES für’s Werbung-Schauen und Interaktion belohnt werden

Brainwashing today: Ein Selbsttest

Jeder kennt das System von Bonus- und Kundenkarten: sammelt man genug Punkte, wird man von Unternehmen als treuer Kunde meist mit einer Prämie belohnt. Die Second-Screen App „TV SMILES“ behauptet von sich selbst weltweit das „erste Bonusprogramm für TV-Werbung“ zu sein. Sie nutzt die Medien-Nutzung auf einem „zweiten Bildschirm“ (second screen), denn immer häufiger wird beim Fernsehen „nebenbei“ mit dem Tablet oder Smartphone gespielt. Auf der Website heißt es: „Die TV SMILES App wurde bereits über eine Million Mal heruntergeladen und zählt mit über 50.000 Fünf-Sterne Bewertungen zu den am meisten bewerteten Apps in Deutschland.“

Auch mit Quiz-Fragen zu Marken lassen sich TV SMILES verdienen.

Auch mit Quiz-Fragen zu Marken lassen sich TV SMILES verdienen.

Die TV SMILES App kann in allen App Stores kostenlos heruntergeladen werden. Das Prinzip ist simpel: Schaut man sich Werbung im TV an, erkennt die App per Audiosignal, welcher Spot gerade geschaut wird. Das Mikrofon des Smartphones identifiziert den Spot und gleicht ihn mit der Datenbank ab. Zappt man in der Werbepause also nicht weg, wird man mit Bonuspunkten, so genannten „TV SMILES“ von der App fürs Dranbleiben belohnt. Gesucht werden allerdings immer nur bestimmte einzelne Spots, also nicht jede Werbepause wirft SMILES ab.

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Facebook verbietet das Fangate

...und was dies für uns als Seitenbetreiber bedeutet
Ab sofort verboten: Das Fan-Gate

Ab sofort verboten: Das Fan-Gate

Seit rund einem Monat steht fest, dass Facebook im Zuge von Veränderungen der Plattform-Richtlinien zum 5. November 2014 die so genannten „Fangates“ verbieten wird. Von diesem Zeitpunkt an können Facebook-User nicht mehr dazu gezwungen werden, eine Seite zu liken bevor sie an einem Gewinnspiel oder dergleichen teilnehmen können.

Für die Seitenbetreiber fällt so eine der simpelsten Möglichkeiten weg, neue Fans zu generieren. Der Umbruch ist drastisch – rund 80% der Seitenbetreiber setzen derzeit laut einer Studie von Agorapulse noch auf den „Likezwang“.  Weiterlesen

Die Herausforderungen für Journalisten und Verlage im Online-Zeitalter

Oder: Wie Verlage nach Bezahlmodellen im Internet suchen und Journalisten sich mit Klicks und Webtraffic als Erfolgsindikator anfreunden müssen

Der Journalismus im Wandel der Zeit.

Das Printmedium Zeitung wird in der Lesergunst zunehmend durch die Online-Auftritte der Zeitungsherausgeber im Internet abgelöst. Der Konsument bezieht seine Neuigkeiten aus dem Netz und kann von unterwegs mit dem mobilen Endgerät jeder Zeit Informationen abrufen – dies zumeist sogar kostenfrei. Dabei wird oft vergessen, dass auch hinter einem kostenlos angebotenen Artikel im Internet immer noch Arbeit und Zeitaufwand von Journalisten steckt, die wiederum bezahlt werden müssen. Die Verlage suchen daher nach Bezahlmodellen, um Online-Artikel zu refinanzieren. Weiterlesen