30. Juli 2014 Stefan Watzinger

Facebook-Messenger wird zur Pflicht-App

Oder: Let's go for the App-Weltherrschaft

Instagram, Whatsapp, Facebook – drei Apps aus dem Hause bzw. aus dem direkten Dunstkreis von Facebook sind auf einer Vielzahl von Smartphones bereits installiert. Bei Seiten-Admins und -Moderatoren kommt noch der Facebook-Seitenmanager hinzu. Nun wird Facebook aller Voraussicht nach die User der Facebook-App dazu „zwingen“, auch den Facebook-Messenger zu installieren – zumindest auf iPhones und Android-Phones. Denn: Auf diesen Systemen wird mit der bald erscheinenden neuesten Version der Facebook-App der Link zu den Nachrichten/Messages durch einen Shortcut zum Facebook-Messenger ersetzt. Die mobile Webansicht von Facebook und die Windows-Phone-App sind offenbar von diesem Schritt nicht betroffen.

5 Apps aus dem "Dunstkreis" von Facebook

Messenger – Instagram – Whatsapp- Facebook – Seitenmanager:
5 Apps aus dem „Dunstkreis“ von Facebook

Aus Sicht von Facebook ist dieser Schritt durchaus logisch – auf der einen Seite lassen sich so beide Apps (Facebook und der Messenger) getrennt voneinander weiterentwickeln – auf der anderen Seite gewinnt der Facebook-Messenger massiv an Relevanz, sobald die User keine Nachrichten mehr über die Facebook-App versenden können. 800 Millionen User der Facebook-App wären – sofern sie per Nachricht mit ihren Freunden in Kontakt bleiben möchten – de facto dazu gezwungen, den Messenger zu installieren. Bei derzeit 200 Millionen Messenger-Usern kämen entsprechend 600 Millionen neue User hinzu.

Gerüchten zufolge gibt es jedoch noch eine ganze Reihe weiterer Hintergedanken. Könnte es nicht sein, dass Facebook nun zu einem offenen Wettkampf zwischen dem Facebook-Messenger und der für 19 Milliarden Dollar eingekauften Chat-App Whatsapp aufruft? Frei nach dem Motto „The winner takes it all“, bei der am Ende die Messaging-App mit den meisten Usern die andere App schluckt?

Ein weiteres Gerücht ist, dass Facebook den Messenger möglicherweise demnächst als Cash-Cow nutzen könnte, bei dem die User für gewisse Nachrichten-Kontingente oder jährlich zur Kasse gebeten werden. Eine Bezahlfunktion, die dies ermöglichen könnte befindet sich bereits in der Entwicklung.

Wann genau das Update der Facebook-App „durchgezogen“ wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Wie sich die Userzahlen der Messenger-App entwickeln werden, ist ebenfalls kaum abzusehen. Es bleibt also spannend im Hause Facebook…

11.08.2014: Kleines Update: Offenbar verhält sich die Messenger-App bei Android-Usern deutlich anders als gewohnt und verlangt weitreichendere Zugriffsrechte. Facebook hat in diesem Kontext einen Blogbeitrag veröffentlicht.

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About the Author

Stefan Watzinger
Stefan Watzinger Stefan Watzinger studierte Biologie an der Universität Heidelberg und wagte nach seinem Diplom den Quereinstieg in die Bereiche Kommunikation und Marketing. Seit 2009 ist er als PR-Berater bei der impact Agentur für Kommunikation GmbH tätig. Als Senior-Berater leitet er dort die Bereiche Neugeschäft, Konzeption und Social Media.

Kommentar (1)

  1. Silvia

    Unglaublich, welche Wege Facebook nun tatsächlich geht und wie die Nutzer jetzt dazu gedrängt werden, die Messenger App zu nutzen. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Thema in Zukunft noch entwickeln wird, zumal viele dies sicherlich zum Anlass nehmen, sich wieder nach Alternativen umzuschauen.

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