Die ganz eigenen Studiendesigns von ÖKO-TEST

Oder: Wenn Verbraucher angeblich 1,4 kg Tiefkühlspinat pro Woche essen

Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST veröffentlichte in der Ausgabe 02/2014 die Ergebnisse seines Tiefkühlblattspinat-Tests. In diesem Test wurden 17 Produkte im Hinblick auf ihre Schadstoffbelastung mit Nitrat, Cadmium und Perchlorat überprüft. Das Ergebnis: ÖKO-TEST empfiehlt nicht einmal die Hälfte der Produkte. Aber woran liegt das? Sind die Produkte tatsächlich so schlecht wie sie dargestellt werden?

Die Antwort ist einfach: Nein.

Zwar verdienen zwei Produkte zu Recht die Note „ungenügend“, da sie die Schadstoffe Cadmium und Perchlorat in den Mengen enthalten, die den gesetzlichen Grenzwert bzw. den europäischen Referenzwert überschreiten. Andere Produkte hingegen erhielten schlechte Noten oder wurden abgewertet, weil das Verbrauchermagazin dem Test ein Bewertungssystem zugrunde gelegt hat, das ganz eigenen Regeln folgt. Weiterlesen

Der Tag der Tage – Aktionstage in der PR

und warum der Weltknuddeltag Kommunikationsmaßnahmen beeinflusst

Heute ist Europäischer Datenschutztag. Letzte Woche war Weltknuddeltag und Tag der Jogginghosen und außerdem Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. In unserem PR-Alltag ist ständig ein Tag der Tage.

Je nach Kunde sind die einen Tag der Tage wichtiger als andere, je nach Kunde wird der geschaffene Anlass mehr oder weniger stark zur Kommunikation genutzt. Passende Anlässe auch, um auf Facebook & Co Interaktion zu steigern, ins Gespräch mit Fans zu kommen. Ganze Listen werden zu Beginn des Jahres ausgedruckt, Daten markiert und Aktion- und Gedenktage in den Kalender und in Redaktionspläne eingetragen. Dabei sind mehr oder weniger ernst zu nehmende Mottos wie der „Tag des Kusses“ am 6. Juli, aber auch hoch offizielle Themen wie beim „Weltgesundheitstag“ im April Teil des PR-Jahresplans.
Für einen Nicht-PRler ist das Aufstellen solcher Listen mit Sicherheit eine ziemlich befremdliche Tätigkeit. Vielleicht sogar eine zum Belächeln. In der Medienwelt gehören sie allerdings seit langem zum Alltag – sowohl auf Seiten der Redaktionen als auch auf Seiten der PR. Natürlich wird eine kreative Aktion zum Tag der Jogginghosen auch hier nicht bierernst genommen. Zu viele um die Ecke gedachte Aktionstage im Jahresplan können nerven und sind dann natürlich eher kontraproduktiv. Die Motivation ist allen gemeinsam: Kommunikationsmaßnahmen brauchen einen aktuellen Anlass oder einen besonderen Aufhänger, damit sie überhaupt eine Chance haben. Weiterlesen

„Fehler passieren“ – aktives Fehlermanagement als Shitstorm-Bremse

Oder: Wie man negative Aufmerksamkeit in positive Aufmerksamkeit umwandeln kann

Ein Fehler im Produkt, ein schlechtes Testergebnis oder ein suboptimal gelöster Service-Fall – und schon hagelt es Kritik im Social Media Raum. Jedes Unternehmen, das in der Öffentlichkeit steht, muss damit rechnen. Grundsätzlich fällt auf, dass sich Unternehmen bei der Aufarbeitung von Fehlern schwer tun – erst recht, wenn diese von ihrem Produkt überzeugt sind und sich „ungerecht behandelt“ fühlen. Klar ist: Die banale Aussage „Fehler passieren“ reicht nicht aus für eine effektive Krisenkommunikation. Was also tun, wenn sich ein Shitstorm zusammenbraut?

Shitstorm am Horizont? Bild von chascar via flickr - CC BY 2.0

Shitstorm am Horizont? Bild von chascar via flickr – CC BY 2.0

Zunächst ist ein aktives Monitoring unabdingbar, um einen Shitstorm frühzeitig antizipieren zu können. Es ist wichtig zu wissen, was an den Social Media-Lagerfeuern so erzählt wird und wie sich diese Gespräche entwickeln. Poppt ein Krisenfall auf, ist besonnenes Handeln gefragt – sofortiges Abstreiten ist genau so falsch wie ein sofortiges Schuldeingeständnis. Hier gilt es vielmehr, so viele Informationen wie möglich zu sammeln, um Fehler eingrenzen und richtig bewerten zu können.

Weiterlesen

Der Reiz des Einfachen im Kontext von Gewinnspielen auf Facebook

Oder: Warum Gewinnspiele auf der Chronik nicht nur Vorteile haben

Gewinnspiele sind auf Facebook schon immer eines der wichtigsten Instrumente bei der Generierung neuer Fans und der Aktivierung bestehender Fans. Seit der Lockerung der Gewinnspielbedingungen auf Facebook ist es erlaubt, Aktionen direkt über die Chronik laufen zu lassen und sich der „Like“-, Kommentar- und Direct-Message-Funktion zu bedienen (aber nicht der Share-Funktion!).

Facebook-Like-Button-big-400x193Von Kundenseite ergibt sich aus den neuen „unbegrenzten Möglichkeiten“ ein latenter Druck, „kostenoptimierter“ zu arbeiten und auf die bislang zwingend benötigten Facebook-Apps zu verzichten. Dabei wird jedoch zum Teil aus den Augen verloren, dass ein Gewinnspiel und ein „schöner Facebook-Auftritt“ primär Mittel zum Zweck und Teil einer Gesamtkommunikations-Strategie sind – und eben nicht das Hauptziel.

Im ersten Schritt der Konzeption eines Gewinnspiels gilt es zunächst die Frage nach dem „was wollen wir erreichen?“ zu beantworten: Was ist das Ziel? Was wird mit dem Gewinnspiel bezweckt? Geht es um Aktivierung und Belohnung der Community? Ist das Ziel des Gewinnspiels, die Reichweite der Facebook-Seite zu vergrößern, um neue Fans zu generieren? Gilt es, eine Kampagne zu verstärken?

Weiterlesen

Tom Tailor und die Katzenfell-Bommel-Krise

Alles für die Katz: Ratlosigkeit statt Verantwortung

Das Bekleidungsgeschäft Tom Tailor hatte keinen guten Start in das Jahr 2014. Tierschützer haben aufgedeckt, dass die als Kunstfell deklarierten Bommel an einem Mützen-Modell des Unternehmens aus echtem Fell bestehen. Besonders pikant: nachweislich handelt es sich um Katzenfell. Kein Wunder, dass die allgemeine Empörung groß ist, schließlich stammt das Fell von dem wohl beliebtesten Haustier der Deutschen.

Bild via flickr by Photo_Story_Teller

Bild via flickr by Photo_Story_Teller

Der emotionalen Welle der Entrüstung stand zu halten, fiel Tom Tailor sichtbar schwer. Nach einer Überprüfung der Vorwürfe, die sich unglücklicherweise als richtig erwiesen, nahm Tom Tailor die Mütze aus dem Sortiment und erstattet nun den Preis für bereits gekaufte Modelle, die zurückgebracht werden. Im ersten Schritt die richtige Reaktion, denn neben der Erzeugung eines enormen Imageschadens, verstieß Tom Tailor gegen das EU-weite Importverbot für Haustierfelle. Nach Artikel 3 der Verordnung (EG) Nr. 1523/2007 ist es grundsätzlich verboten, Katzen- und Hundefelle sowie Produkte, die solche Felle enthalten, in der EU in den Verkehr zu bringen, und in die EU ein- bzw. auszuführen. Weiterlesen