Der goldene Windbeutel von Foodwatch als Wurfgeschoss einer kritischen Gesellschaft

Capri Sonne und der reflexartige Versuch eines Krisenmanagements

Der goldene Windbeutel 2013 ging an Capri Sonne. Rund 120.000 Verbraucher haben bei der Wahl der aggressivsten Marketingmethode für den Saft-Soft-Drink gestimmt. Doch das war nur der Anfang. Es folgten ein Facebook-Shitstorm und die unangenehme Präsenz in meinungsbildenden Medien, wie der Tagesschau. Das i-Tüpfelchen setzte Foodwatch, nachdem Versuch einer Stellungnahme der Markenverantwortlichen, mit einem zynisch-entlarvenden Youtube-Video, das sich großer Beliebtheit erfreute.

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Der Lebensmittelskandal, der dann doch keiner war und trotzdem zur Krise wurde..

Ein Blick ins Ausland

Der Lebensmittelskandal schien zunächst nur ein klassisches Beispiel von Auswirkungen der Globalisierung auf die Branche und infolgedessen ein Paradebeispiel für die Einflüsse der globalen Produktion auf die Krisenkommunikation: Der französische Joghurtriese Danone hatte im Sommer dieses Jahres Produkte mit Babymilchpulver in acht Ländern Asiens zurückgerufen. Denn der neuseeländische Danone-Zulieferer Fonterra hatte zuvor mitgeteilt, dass in einigen Lieferungen ein Bakterium nachgewiesen worden war, das eine lebensgefährliche Lebensmittelvergiftung auslösen könne. Nach dem chinesischen Milchpulverskandal 2008, bei dem 300.000 Säuglinge erkrankten und sechs Babys starben, läuteten besonders in Asien die Warnglocken. Die Produkte wurden sichergestellt. Die Meldung führte sogar dazu, dass Russland und andere Länder einen Importstopp für Milchprodukte aus Neuseeland verhängten. Aber auch in Deutschland schlugen die Medien Alarm: der Spiegel titelte „Milchpulver-Skandal. Neuseeland fürchtet um Ruf als Bioproduzent“ und der Sender n-tv rief gar eine neue „Milchpulver-Krise“ aus.

Krisen funktionieren nicht nach rationalen Grundsätzen

Wenige Wochen später erläuterte das neuseeländische Lebensmittelministerium, dass es sich um ein ungefährliches Bakterium gehandelt habe. Der Rückruf war unnötig. Liefe bei Krisen immer alles  nach ganz rationalen Regeln, könnte man meinen – keine Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.
Aber so läuft das nun mal nicht in der Medienwirkung. Das „Wieder-Grade-Rücken“ des vermeintlichen Skandals sitzt – wie das meist so ist bei Revisionen – nicht mehr so hoch auf der Medienagenda. Was bleibt beim Verbraucher hängen, der sich nicht intensiv mit dem Thema beschäftigt? Schwammige Erinnerungen in Richtung „Da war doch was mit den Danone-Milchprodukten“. Weiterlesen

10 Bausteine zur Eindämmung und Bewältigung von Shitstorms auf Facebook

Prävention - Monitoring - Reaktion

Ein Shitstorm bei Facebook entsteht schnell – und kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Von der tatsächlichen Produktkrise wie z.B. im Fall Hipp bis hin zu einzelnen Usern, die ihre Vernetzungen, Gruppenmitgliedschaften etc. dafür missbrauchen, um den Dialog auf einer Facebook-Seite bewusst zu stören.

Die Mechanismen, mit denen man einen Shitstorm unter Kontrolle bringen kann sind jedoch sehr ähnlich und lassen sich – in aller Kürze – in 10 Bausteine unterteilen.

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Gen-Gemüse bei HiPP – ein Muster-Shitstorm (Update)

"Hierfür stehe ich mit meinem Namen" - aber nur in der Werbung?

Die Firma HiPP kämpft derzeit mit einem Facebook-Shitstorm, ausgelöst durch einen Bericht des ZDF-Verbrauchermagazins „WISO“. Das Ganze ist ein Musterbeispiel – vom Auslöser bis hin zur Reaktion und der (versuchten) Bewältigung.

WISO hatte bereits am 6. Oktober eine Pressemeldung mit dem Titel „Gentechnisch verändertes Gemüse in Bio-Babynahrung“ veröffentlicht und mit dieser auf die Sendung am 7. Oktober hingewiesen. Print- und Online-Medien nahmen das Thema dankend auf – und die Facebook-Community auf der offiziellen HiPP-Unternehmensseite reagierte entsprechend mit einer Reihe von Negativ-Posts.

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